Nostalgie pur!

Dreistündiger Nostalgie-Trip mit Guns N' Roses in Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen - Es ist eine schon fast märchenhafte Geschichte: Im Mittelpunkt steht eine der größten Hardrock-Bands aller Zeiten. Es geht um Streit, Befindlichkeiten und große Egos. Die Band bricht auseinander.

Und es ist ein kleines Wunder, dass sich die Mitglieder rund 20 Jahre nach der Trennung berappeln, gemeinsam zurück auf die Bühne gehen und damit Millionen von Fans rund um den Erdball glücklich machen.

„Not in This Lifetime“ – „Nicht in diesem Leben“, entgegnete Axl Rose, Frontmann von Guns N‘ Roses, einmal auf die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit sei, dass es eine Wiedervereinigung mit den „alten Gesichtern“ geben könnte. 

Guns N' Roses spielen ihre Hits in Gelsenkirchen

Denkste! „Not in This Lifetime“ ist deshalb auch der augenzwinkernde Titel der Welttournee, die Axl Rose, Gitarrist Slash und Bassist Duff McKagan unter anderem nach Gelsenkirchen führt. 41.500 Fans sind ins Schalker Fußballstadion gepilgert, um ihre Hardrock-Helden live zu sehen.

Bis 1996/1997 spielte das Trio gemeinsam bei Guns N‘ Roses und sorgte für legendäre Platten wie etwa das Doppelalbum „Use Your Illusion I“ und „II“. Nicht ansatzweise vergleichbar erfolgreich machte Axl Rose danach mit neuem Personal weiter. 

Einige Musiker, wie Dizzy Reed, fehlen 

Jetzt sind die zentralen Köpfe von damals wieder beisammen, komplett ist das Line-up der 80er und 90er Jahre, in denen es immer wieder Besetzungsänderungen gab, indes nicht. Mit dabei ist zwar Keyboarder Dizzy Reed, seit 1990 in der Band. 

Es fehlen aber einstige Mitglieder wie Izzy Stradlin, Matt Sorum, Gilby Clarke oder auch Steven Adler. Ergänzt wird die aktuelle Formation von Gitarrist Richard Fortus, Frank Ferrer am Schlagzeug und Melissa Reese, ebenfalls an den Keyboards.

Die Jungs von damals, für die verwüstete Hotelzimmer zum guten Ton gehörten und ausufernde Partys einen festen Platz im Tagesablauf hatten, sind älter und reifer geworden. 

Und auch Axl Rose, schwer behangen mit Silberschmuck um Hals und Ärmel, lässt zwischendurch nur noch aufblitzen, warum er in den 90er Jahren als der Inbegriff des exzentrischen und unberechenbaren Rockstars galt, wenn er etwa den Mikrofonständer in die Ecke pfeffert oder wie ein Tiger im Käfig umherstreift, der ausbrechen will. Stattdessen lacht er viel und gibt sich handzahm.

Nicht mehr wie früher, doch mit viel Nostalgie

Und auch beim Gesang hat sich einiges verändert. „Das ist nicht mehr die Stimme von früher“, sagt ein Besucher achselzuckend auf der Tribüne. Stimmt! Das Niveau der Guns-N‘-Roses-Hochphase erreicht der 56-Jährige heute nicht mehr. Dennoch verbreiten seine markigen Schreie und der markante Gesang wohlige Nostalgie-Gefühle. 

Keine Frage: Gesanglich ist Axl Rose, der mehrfach sein Outfit wechselt und über eine umfangreiche Sammlung von Hüten und Karohemden zum Um-die-Hüfte-binden verfügen muss, gut drauf, vielleicht auch dank seines „Nebenjobs“ als zwischenzeitlicher Sänger bei AC/DC.

Gelebter Hang zum Gigantismus

Einiges ist aber auch gleich geblieben, zum Beispiel der Hang zum Gigantismus. Die Bühne in der Schalker Arena ist so groß, dass sich die immerhin siebenköpfige Band schon fast verliert und der Fan mitunter suchen muss, wo sich die Musiker denn gerade befinden. 

Riesige Videowände zeigen auch bis in die hintersten Ränge, dass es wirklich Guns N‘ Roses sind, die da ihre Instrumente bedienen. Zwei Treppen führen auf eine Empore, auf der Slash im Scheinwerferlicht sein Solo bei „November Rain“ zelebriert, während Axl Rose am Flügel sitzt – allerdings nicht auf einem einfachen Stuhl, sondern auf dem hinteren Teil eines Motorrads.

30 Songs, drei Stunden - Hits und gelungene Cover

Die Fans bekommen in Gelsenkirchen einiges zu hören. 30 Songs stehen auf der Setlist. Rund drei Stunden nimmt sich die Band Zeit. Neben „November Rain“ werden Songs wie „Knockin‘ on Heaven’s Door“, „Estranged“ und „Civil War“ mit frenetischem Beifall bedacht. Zudem spielt die Band zahlreiche Cover wie zum Beispiel „New Rose“ von The Damned, „Black Hole Sun“ von Soundgarden und „The Seeker“ von The Who. 

Ebenfalls aus fremder Feder stammt „Wish You Were Here“. Doch anders als bei Pink Floyd bekommen die Fans in Gelsenkirchen eine Instrumentalversion zu hören, bei der Slash, wie immer mit Zylinder auf dem Kopf, und Richard Fortus gemeinsam Gitarre spielen.

Mit „Paradise City“ vom Debütalbum „Appetite for Destruction“, einem Song über ihre Heimatstadt Los Angeles, beschließen die „Gunners“ das Konzert. „Bring mich nach Hause“, singt Axl Rose darin sehnsuchtsvoll. Es ist nicht das Fazit eines ganz starken Konzertabends in Gelsenkirchen. Die Zuhörer wären sicherlich gerne noch länger geblieben.

Quelle: wa.de

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