Jan Delay feiert in Dortmund

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Große Pose für die Fans: Jan Delay feiert in der Dortmunder Westfalenhalle.

Von Daniel Schröder -  DORTMUND  Wer mit dem Künstler Jan Delay rosa schillernden Funk und Hip-Hop verbunden hat, sollte beim Konzert-Besuch des Hamburgers in der Dortmunder Westfalenhalle sein blaues, oder viel mehr, sein schwarzes Wunder erleben. Das rosa Hemd und das Glitzermikrofon hat der großspurige Hamburger Kappen- und Hutliebhaber nämlich gegen einen schwarzen Hut und eine Leoparden-Krawatte getauscht.

Die Disco ist düsterer geworden. Braun und schwarz statt Pastell und Neon, schwerer Stoff statt Glitter-Fummel. Die ausgeflippten Zeiten sind vorbei, Jan Delay macht jetzt Rock. Das dachte man zumindest, seit im April sein Album „Hammer und Michel“ erschienen ist. Doch der 38-Jährige war schon immer für eine Überraschung gut. Und so spielte der Hamburger denn auch mit seiner Band Disco No.1 in Dortmund ein tanzbares musikalisches Sammelsurium – knapp zwei Stunden lang.

Nachdem die zehnköpfige Brass-Vorband Moop Mama den knapp 5000 Zuschauern in der Westfalenhalle bereits eingeheizt hatte, startete Delay, der bürgerlich Jan Phillip Eißfeldt heißt, mit einem Liebesbeweis ans Publikum: „Ja ich hab’ Liebe für Gott, Allah und wie sie alle heissen“, stellte er in seinem Song „Liebe“ klar, der auch bei seinem neuen Album als Eröffnungstitel fungiert.

Anschließend machte er deutlich, dass auch die Fans des alten Jan Delays auf ihre Kosten kommen sollten: Mit „Klar“ schmetterte er den Delay-Hit schlechthin durch sein Leoparden-Mikro.

Bis zur ersten „Pommesgabel“ des Konzerts dauert es keine Viertelstunde. Als Jan Delay dem Publikum in der Westfalenhalle die Heavy-Metal-Geste mit den abgespreizten Fingern entgegenstreckt, kommt diese rund 5000 mal zurück. Der Text des Songs geht: „Und darum sag’ ich tschüss ihr Spacken, ich will hier weg, ich geh nach Wacken“. So klingt das, wenn Jan Delay den Rocker gibt. Oder jedenfalls das, was ein Hip-Hop-sozialisierter 37-Jähriger dafür hält.

Jan Delay forderte von seinen Fans, dass diese mit ihm „übertrieben eskalieren“, er wollte mit ihnen „die Dynamik der Rockmusik zelebrieren“ – und das tat er auch. Mit Klängen von den Red Hot Chili Peppers, Lenny Kravitz, oder Guns N’ Roses wusste er zu überzeugen.

Die Hits hatte er auf seiner Seite, und den aktuellsten Chartstürmer hat er sich bis zum Finale aufgehoben: „St. Pauli“. Der Schlusspunkt unter einen Abend, der eines ganz sicher nicht war: ein Rockkonzert. Gute Unterhaltung war es aber allemal.

Quelle: wa.de

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