Countertenor Andreas Scholl singt Bach Cantaten

Andreas Scholl: Bach Cantatas (Decca). Singt Andreas Scholl, wird egal, was Musikwissenschaftler über Johann Sebastian Bach und seine komplexen Kompositionen ausgetüftelt haben. Dann ist er der größte Melodienerfinder.

Und Scholls Countertenor beatmet die Zeilen mit warmem, klaren, runden Klang, so dass ihre nach rund 300 Jahren ziemlich befremdliche Frömmigkeit kaum irritiert. In pietistischer Todessehnsucht schwelgen die Kantaten „Ich habe genug“ (Bachwerkeverzeichnis 82) und „Gott soll allein mein Herze haben“ (BWV 169). „Welt, ich bleibe nicht mehr hier, hab ich doch kein Teil an dir“, heißt es etwa. Scholl ironisiert das nicht, führt auch keine Alte-Musik-Exotik vor, sondern singt mit seiner einzigartigen Kopfstimme ernst, beseelt und unaffektiert. Mit der gleichen Haltung musiziert das Kammerorchester Basel unter Julia Schröder, das Scholl begleitet. Großartig und wunder-

schön. ▪ Elisabeth Elling

Quelle: wa.de

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