„Century Of Song“ mit Musik des Islam

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Deutschlandpremiere haben am Freitag die Sänger Rizwan und Muazzam Ali Khan mit ihrer Gruppe beim „Century Of Song“ in der Jahrhunderthalle Bochum. ▪

BOCHUM/DUISBURG –Eine Musikreihe hat das Festival Ruhrtriennale schon lange zu bieten. Aber in diesem Jahr rückt „Century of Song“ näher ans Bühnenthema heran. „Wanderung – Suche nach dem Weg“ ist im zweiten Jahr der Intendanz von Willy Decker auch ein Fingerzeig auf den Islam, der zum Schwerpunkt der Song-Reihe wird. Dabei treten in Bochum und Duisburg Interpreten auf, die im Kulturraum des Islam echte Stars ihrer Musik sind. Sieben Konzerte umfasst „Century of Song“ ab Freitag, 27. August.

Pakistan wird in der Song-Reihe nicht nur als Katastrophengebiet wahrgenommen wie in den täglichen Nachrichten. Pakistan ist im Islam das Land des Sufismus. Hier beten die Menschen zu zahlreichen Gottheiten, um das Leid des Alltags zu lindern. In der Bochumer Jahrhunderthalle treten erstmals in Deutschland überhaupt Rizwan und Muazzam Ali Khan auf. Sie sind die Neffen von Nusrath Fateh Ali Khan, der die Gesänge des Qawwali in der islamischen Welt populär gemacht hat. Auf großen Weltmusikfestivals werden beide wegen ihrer ekstatischen Stimmen gefeiert. Außerdem sind am 27. August beim Konzert „Saints and Singers“ noch Sain Zahoor, ein Barde aus Belutschistan, und Papu Sain zu hören. Während Sain Zahoor die Ektara spielt, ein einsaitiges Instrument, entlockt Papu Sain der Dhol, einer Quertrommel, ihre ungewöhnlichen Laute. Sain Zahoor hat allein im australischen Sydney die Oper mit einem Konzert gefüllt, so bekannt ist der pakistanische Musiker.

„Wir sind ein Kulturfestival, das Neues zeigt“, sagt Festivalsprecher Oliver Golloch. So soll das kulturelle Verständnis des Islam eine breitere Basis erhalten. „Es gibt Menschen im Ruhrgebiet, die diese Künstler hören und kennen“, sagt Golloch. Die Reihe „Century of Song“ spricht damit nicht nur das Publikum an, das die Ruhrtriennale bereits kennt, sondern auch andere Musikinteressierte. Golloch zielt auch auf die türkischen Abende in der Reihe. Unter dem Titel „Pisman Degilim“ (Ich bereue nichts) treten am 10. September in Duisburg Vertreter der Musikszene Istanbuls auf, die auch im Film „Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul“ von Fatih Akin eine Rolle gespielt haben. Baba Zula spielen beispielsweise Oriental Dub. Ceza tritt mit seiner Schwester Ayben auf und demonstriert, warum er ein angesagter Rapper in der Türkei ist. Und Proudpilot ist eine junge Band, die Rockbeats und türkischen Gesang verbindet. Der zweite Teil, den Alexander Hacke und Danielle de Picciotto ebenfalls präsentieren, findet mit anderen Künstlern am 2. Oktober statt – vier Stunden zum Thema Liebe. Unter anderem spielt das Istanbul Oriental Ensemble türkische Zigeunermusik.

Eine Clubnacht ist am Samstag, 28. August, in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord geplant. 1 500 Besucher werden zu „Bass meets Space“ erwartet. Dann wird das Musikphänomen Dubstep zelebriert. Nahe den Clubmusikstilen Dub und Drum‘n‘Bass werden Rhythmen und Basslinien mit den überraschenden Energien Londoner Subkulturen kombiniert. Shackleton, Scuba, Ramadanman und Applebim treten auf. Der Abend wurde mit der Musikzeitschrift Spex organisiert.

Außerdem sind in der „Song“-Reihe noch der Oud-Meister Anour Brahem aus Tunesien (15./16. September) und der Sänger Alim Quasimov aus Aserbaidschan (3. Oktober) zu hören, der die traditionelle Improvisationsform des Mugam weiterentwickelt hat. Er wurde schon in der New Yorker Carnegie-Halle gefeiert. ▪ lett

27. August bis 3. Oktober, sieben Konzerte.

Tel. 0700 / 2002 34 56

http://www.ruhrtriennale.de

Quelle: wa.de

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