Capri Di Rote Quintett präsentiert Narkoleptik

Von Ralf Stiftel ▪ Capri Di Rote Quintett: Narkoleptik (Blue Pearls/Indigo). Der Titelsong dieser CD kommt zwar recht grob und ungestüm daher, mit vielen ruppigen Kollektivmomenten, obwohl „Narkoleptik“ doch jemanden bezeichnet, der an der Schlafkrankheit leidet.

Aber immer wieder besinnt er sich auf Motive und Momente des traditionellen Jazz. Da growlen Trompete und Posaune einen Moment lang wie in New Orleans, später gibt es eine richtig singbare Melodie. Einschläfernd wirkt die Musik der fünf Hamburger Musiker um den Pianisten Jörg Hochapfel jedenfalls nicht. Sie kombinieren in den sieben Titeln unverhohlen eklektisch, was die Jazzgeschichte hergibt, und brechen immer wieder Hör-Erwartungen. Auf eine schräge 60er-Jahre-Beat-Gitarre folgen quäkende Melodika-Akkorde. Der Song „Doktor Z“ beginnt mit einem Trommellauf wie beim Thema zur Fernsehserie „Hawaii 05“, dann stürmt die Musik voran mit Blechbläsern in munteren Intervallen. Melancholische Piano-Akkorde werden von Trompeten-Dissonanzen gestört. „Großer Walzer“ wiederum beginnt mit großer Mussorgsky-Geste am Klavier, ehe die Band in einen treibenden Post-Bop ausbricht. Das ist souverän gespielt, überrascht immer wieder und vor allem: unterhält aufs Prächtigste.

Quelle: wa.de

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