Stopp in der Lanxess-Arena

Bryan Adams begeistert 10.000 Fans in Köln

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KÖLN - Bryan Adams hat auf seiner "Reckless - 30th Anniversary Tour" einen Stopp in der Kölner Lanxess-Arena eingelegt. 10.000 Fans freuten sich über viele große Hits, lange Zeit unveröffentlichtes Material und auch neue Nummern.

Von Tim Griese

"Run to You", "Heaven", "Somebody" und "Summer of '69" vom 1984er Album gehören seit jeher zum festen Bestandteil eines Bryan-Adams-Konzerts. In Köln gesellen sich aber auch die übrigen Songs der Scheibe, mit der dem 55-Jährigen der internationale Durchbruch gelang, hinzu, auch "It's Only Love", dass der Wahl-Londoner mit Tina Turner aufnahm. "Es war eine fantastische Arbeit mit ihr. Danach hat sie mich auf Tour mitgenommen, was wahrscheinlich der Grund war, warum ich heute immer noch da bin", erklärt er gut gelaunt und mit breitem Grinsen. So kennt man ihn.

"Manche Stücke von heute Abend werdet ihr vermutlich zuvor noch nie gehört haben", sagt Adams zwischendurch und spielt auf den "Ausschuss" der "Reckless"-Sessions an, der es damals nicht auf die Platte schaffte, jetzt aber zum Jubiläum erstmals auf einen Datenträger gebannt wurde: "The Boys Night Out", das von einer wilden Fahrt mit einem gestohlenen Auto und einer Verfolgungsjagd mit der Polizei erzählt, gehört dazu, ebenso wie etwa "Reckless", eine rockige Klage an die Angebetete, die sich nicht zwischen zwei Verehrern entscheiden kann.

Die Liebe hat es Bryan Adams seit jeher angetan, das Thema hat sich zu einem immer wiederkehrenden Muster in seinen Songs entwickelt - zumeist in musikalischen Schmusegefilden. Mit Songs wie „(Everything I Do) I Do It for You“, der Schmalz-Ballade schlechthin und Abschluss der ersten Konzerthälfte, ist ihm 1991 ein Welthit gelungen. Adams gelobt säuselnd, dass es keine Liebe wie die seiner Herzdame gebe und auch niemand anderes mehr davon spenden könne. Hach!

Bryan Adams spielt Konzert in Köln

Im Schmachtfetzen „Please Forgive Me“ entschuldigt sich der Sänger für das gesteigerte Verlangen nach seiner Allerliebsten. In „Straight from the Heart“ kann er nicht von ihr lassen und sehnt schwärmerisch einen Neuanfang herbei. Das trieft alles voller Kitsch, kommt bei den rund 10.000 Fans, die jeden dieser Songs auswendig intonieren, aber bestens an - werden sich die meisten doch in ihre Teenie-Zeit zurückversetzt fühlen. Bryan Adams' Fans sind mit dem Künstler älter geworden. Kreischende Kids sucht man in Köln vergeblich.

Für die männlichen Besucher des Konzerts hat Adams auch etwas dabei. Denn erfreulicherweise halten sich Kuschelsongs und ordentliche Rocker die Waage: Bei "18 til I die", "The Only Thing That Looks Good on Me Is You" oder zum Beispiel "Kids Wanna Rock" läuft die fünfköpfige Band um Kanadas Reibeisenstimme Nummer eins zu Höchstform auf. Vor allem Keith Scott, umtriebiger und ausgelassen gniedelnder Gitarrist sticht heraus. Mal sinkt er auf die Knie, mal zappelt er auf dem Boden wie ein japsender Fisch am Ufer oder spielt mit seinem Instrument rasant Hula Hoop.

Die zwei neuen Songs, die auf Adams' Cover-Album zu finden sind, "You've Been a Friend to Me" und "She Knows Me", gibt es im Zugabenteil. Apropos Cover: Eines von der aktuellen Platte gibt Bryan Adams in Köln zum Besten: Eddie Cochrans Rock-'n'-Roll-Hymne "C'mon Everybody", die sich nah am Original hält und wunderbar ins Set passt. Zum Abschluss wird es noch einmal ruhig: Die Band verlässt die Bühne und Adams beendet den Abend an der Akustikgitarre mit - wie sollte es auch anders sein - zwei Schmusenummern: "Straight from the Heart" und "All for Love". Bei letzterer wird das Kölner Rund zu einem Meer aus Handylichtern, das sich der Sänger gewünscht hat. Das sorgt für Gänsehaut, auch bei den Männern.

Quelle: wa.de

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