Bildobjekte von Jan Albers in Wuppertal

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Mehr als nur ein Bild: Der „Sundowner“ (2012) von Lan Albers ist in der Von-der-Heydt-Kunsthalle in Barmen zu sehen.

Von Marion Gay WUPPERTAL - Die rotschimmernden Waben sind unregelmäßig, mal gekippt, mal eher flach. Sie erinnern an einen aus der Form geratenen Setzkasten oder Aschenbecher. Das Wandobjekt „twElvEpunchwEdgEs“ (2015) aus glasierter Keramik ist eins der neuesten Werke von Jan Albers, zu sehen in der Schau „COlOny cOlOr“ in der von der Heydt-Kunsthalle in Wuppertal-Barmen. Es ist die bisher umfangreichste Einzelausstellung des Düsseldorfer Künstlers. Präsentiert werden 35 Arbeiten aus den letzten drei Jahren.

Der 1971 in Wuppertal geborene Albers hat sich von der Konzept-Kunst zur Malerei entwickelt, wobei seine meist großformatigen Arbeiten eher Mischformen zwischen Gemälde und Wandobjekt sind. Bevorzugt arbeitet er mit Metallen, Kunststoffen und Hölzern, die er mit Acrylfarbe bearbeitet und zum Schutz unter Plexiglas montiert. Gleichzeitig bekommen die Arbeiten durch die Glasschicht etwas sehr Verlockendes, Ästhetisches.

Das grünfunkelnde Objekt „thEgrEEndEEp“ (2013) aus Polystyrol und Holz wirkt zum Beispiel wie eine verwitternde Gesteinsschicht. Das Plexiglas verstärkt den Eindruck von Fragilität, sodass das Werk ein Exponat aus dem Naturkundemuseum sein könnte. Nur die Farbintensität irritiert.

Die Ausstellung konzipierte der Künstler als einen „Parcours Mortale“, wie er es nennt. Einzelne Wandflächen wurden Grau gestrichen, Stellwände lassen neue Räume und Nischen entstehen und sorgen für Überraschungen, zumal bewusst Wände frei von Kunstwerken blieben. Albers stellt sich dabei vor, dass der erste Raum den Besucher einsaugt, der letzte ihn ausspuckt. So befinden sich im Eingangsbereich Arbeiten mit pyramidenartigen Strukturen und Keilen, die spitz und aggressiv in den Raum ragen und so beschleunigend wirken sollen. Betörend schön hier das runde Wandobjekt „mOOnmOOd“ (2014), das mit seinen Einkerbungen in der porösen, pinkfarbenen Polystyrol-Masse an Mond- oder Unterwasserlandschaften erinnert.

Dagegen gestaltete Albers den Raum in der Mitte als einen „Schmerzraum“. Zu sehen sind aus dem Internet geladene Fotografien von Verletzungen wie Blutergüssen und Schwellungen, daneben Wandobjekte aus deformierten Fahrradteilen wie etwa „pegAsusAufgAzelle“ (2012).

Vor allem bezieht sich Albers auf das urbane Chaos unserer Großstädte, auf architektonische Raster und Oberflächen. Ebenso spiegeln die Titel seiner Arbeiten das Chaos. Groß- und Kleinbuchstaben vermischen sich, so dass sie auf den ersten Blick verwirren, bei richtiger Lesart aber Aufschluss über Material oder Thema geben. Schließlich geht es Albers um das „Flicken, Reparieren und Heilemachen“, um die Wiederherstellung einer Ordnung.

Aufgewachsen als Sohn eines Missionars in Namibia verarbeitet er in seinen Bildern soziale und politische Themen wie Apartheid eine Rolle, wie etwa beim schwarzen Wandobjekt „blacknelsonbender“ (2011), in dem zwischen verbogenen Stahlteilen auch Buttons mit dem Bild Mandelas stecken. Auch die Wandarbeit „nickelsquEEzEr“ (2014) mit den ineinander verwobenen Stahlseilen weckt Assoziationen an Gitter und Absperrungen.

Bis 28.6., di – so 11 – 18 Uhr

Tel. 0202/563 65 71; www.

von-der-heydt-kunsthalle.de

Katalog 18 Euro

Quelle: wa.de

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