Ace of Base bietet neues Album „The Golden Ratio“

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Ace of Base sind (von links) Julia Williamson, Ulf Ekberg, Jonas Berggren und Clara Hagman. ▪

Von Andreas Sträter ▪ STOCKHOLM–Mit ihren Songs „The Sign“, „All That She Wants“ und „Happy Nation“ stehen sie wie keine andere Band für die Neunziger Jahre. Nach einer achtjährigen Pause meldet sich die schwedische Popband Ace of Base mit ihrem Album „The Golden Ratio“ (Universal) zurück. Und sie präsentieren, was der Hörer erwartet: Synthie-Geigen und melancholischen Kaugummi-Sound.

Die Besetzung änderte sich. Mit dabei sind noch Ulf Ekberg und Jonas Berggren. Die beiden suchten sich klamm und heimlich neue Sängerinnen: „Wir haben uns ganz diskret auf die Suche begeben, weil wir die zwei besten Mädels für die Band finden wollten, ohne große Aufmerksamkeit zu erregen“, sagt Ekberg. Mit Julia Williamson und Clara Hagman standen ihre privaten Casting-Siegerinnen fest. Zusammen werden die Vier versuchen den Original-Stil von Ace of Base beizubehalten und ihn an den neuen Sound des 21. Jahrhunderts anzupassen. Die erste Single „All For You“ hat es mit schnellen, pumpenden Beats schon in die deutschen Singlecharts (Platz 38) geschafft. Auf dem in Stockholm produzierten Album finden sich zwölf weitere Songs, die den Hörer auf eine Zeitreise in der Neunziger Jahre mitnehmen. „Black Sea“ oder „Blah Blah Blah On The Radio“ sind belanglose, hämmernde Dance-Nummern, bei denen allerdings die rauchigen neuen Stimmen der Sängerinnen schön zur Geltung kommen. Eine Entdeckung ist der sonnig-balladeske Song „Southern California“ mit einem eingängigen Refrain – und melancholischem Spätsommergefühl. Das Lied hat Hitpotenzial und würde als zweite Singleauskopplung funktionieren. Auch zu den Songs „One Day“, „Mr. Replay“ oder „Vision In Blue“ hüpfen vollplastische Gute-Laune-Beats durch die Boxen. Die Lieder kommen fast ohne Inhalt aus – das dürfte die anvisierte Zielgruppe kaum stören. Hervorzuheben ist, dass die Schweden nicht versucht haben, ihre Hits von gestern zu covern. Besser hätten die ohnehin nicht klingen können.

Erst die poppig-pumpenden Beats einer Lady Gaga („Alejandro“) haben den Musik-Markt für Europop-Bands wieder geöffnet. Eurodance war in den Neunziger Jahren eine Musik, in der sich die Begeisterung für die Ästhetik von House und Techno mit eingängigen Pop-Refrains und einem Willen zur Kirmestauglichkeit verband. Sogar in den USA sind hysterische Synthies und plärrende Computerspielsounds wieder angesagt. Kate Perry („Teenage Dream“) hat es mit Popcorn-Pop an die Spitze der US-Charts geschafft – die übrigens ist ein bekennender Fan von Ace of Base.

Quelle: wa.de

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