Asterix und Obelix im Römermuseum Haltern

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Wieder erwischt es einen Römer: Die kleinsten Figuren (Kunstharz) in der Ausstellung in Haltern sind nur 2,5 Zentimeter groß. ▪

Von Achim Lettmann ▪ HALTERN–Ein Comic-Strip klebt auf einer Vitrine im Römermuseum Haltern. Die Bildstrecke zeigt, wie Asterix und Obelix als Legionäre eingekleidet werden.

Brustpanzer, Helm, Schwert, Sandalen – was den römischen Soldaten in der Welt von René Goscinny und Albert Uderzo (seit 1959) auszeichnet. Was er wirklich trug oder wie nah die „Gallier“ am historischen Vorbild sind, das zeigt die Ausstellung „Sommerferien mit Asterix“. Hinter Glas finden sich unter anderem Schildbeschläge aus Eisen, ein Dolch mit Scheide und dreiflüglige Pfeilspitzen. Einige Objekte sind bei Ausgrabungen in Oberaden und Anreppen gefunden worden, wo einst Römerlage (11 v. Chr. bis 9 n. Chr.) gestanden haben. Der Reiz der Schau ist es, zu spüren, wie verschieden der Römeralltag dargestellt wird. Eine einheitliche Ausrüstung der römischen Armee fand erst unter Kaiser Augustus statt. Während bei „Asterix und Obelix“ die Legionen schon konform aussahen – zu Cäsars Zeiten. Auch trug der einfache Soldat vor allem Kettenhemden und weniger Schienenpanzer, wie der Comic Glauben macht. Dennoch lassen sich sehr viele authentische Bezüge zwischen Comic und Historie nachweisen. Am Ende unterhält Obelix, der sich in die mittlere Ausrüstung zwängen will, um seinen Größenkomplex zu besiegen. Sein Bedürfnis ist zeitlos und menschlich.

Zwölf Jahre nach der großen Schau „Asterix und die Welt der Römer“ in Haltern wird erneut Asterix in den Vorgrund geschoben. Das hängt vor allem mit dem Asterix-Fantreffen zusammen, das am 13./14. August im Römermusem stattfindet. Die Liebhaber der Comicwelt und die Sammler der Asterix-Hefte und Merchandising-Produkte wollten auch zeigen, was sie haben. So kam der Kontakt zum Museum zustande. Und in dem Haus des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe sind Vitrinen aufgestellt, die die Faszination in 350 Sammelobjekten widerspiegeln: Comics, Münzen, Brillenetuis, Schnupftücher, Kämme, Kuschelfiguren...

Beispielsweise hat die französische Firma Pixi das Piratenschiff der Comic-Reihe aus Metall gebaut und handbemalt. Ein herrliches Schaustück, das Sammler Gregor Mensing (42) gerne hätte. Aber 800 Euro waren ihm zuviel. Mensing ist mit 13 000 Stücken der Asterix-Sammler in Deutschland mit dem größten Fundus. Der Sozialarbeiter („Ich möchte die Sachen haben“) kaufte in Brüssel 1992 seine ersten Figuren.

In Haltern sind die ersten Latexfiguren von Asterix und Obelix aus den frühen 60er Jahren zu sehen. Damals war Obelix noch nicht so dick. Ab Mitte der 60er Jahre setzte eine Flut von Merchandising-Produkten ein. „In Frankreich wurde alles mit den Galliern beworben“, sagte Gregor Mensing. In dem Sammelcomic „Micky Vision“ (ehapa-Verlag) waren Asterix und Obelix 1967 erstmals in Deutschland zu lesen. 1969 kam der erste Einzelband auf deutsch heraus. Mittlerweile gibt es die Geschichten in 112 Sprachen.

Michael Striewe (30), Informatiker an der Uni Essen-Duisburg, schaut immer mal bei Ebay nach, ob wieder ein Sammelstück zu ersteigern ist. Er freut sich auf das Fan-Treffen.

Schau/Treffen

Ein Ausflug in die Römerwelt für die ganze Familie: Comic und Historie, nett gemacht.

Sommerferien mit Asterix im Römermuseum Haltern.

Bis 4. September; di-fr 9 bis 17 Uhr, sa/so 10 bis 18 Uhr.

Tel. 02364 / 93760

Asterix-Fantreffen für alle Interessierte am 13./14. August mit Vorträgen.

Infos: http://www.comedix.de

Quelle: wa.de

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