Annett Louisan und ihr Album „In meiner Mitte“

Von Matthias Dietz ▪ Annett Louisan: In meiner Mitte (105 Music). Sie hat schon so witzige Lieder rausgebracht, gegen den Zeitgeist gebürstet, voller Elan und purer Lebensfreude.

Und jetzt dies: Annett Louisan wird zum „Zirkuskind, dem seine Wurzeln abhanden gekommen sind“ („In meiner Mitte“). Sie ist philosophisch („Wenn zwei zueinander passen“), ist melancholisch („Kleiner Augenblick“). Und verliert dabei den Blick für die Balance. Weil manches gar schwermütig daherkommt („Vorsicht – zerbrechlich“), ist diese CD nichts für graue Regentage. Dabei zeigt die Sängerin mittendrin, dass sie nicht verlernt hat, spitzbübisch zu sein („Pärchenallergie“), urkomisch und ironisch dazu („Auf der Jagd nach Mr. Big“). Der Mix an Textern und Komponisten, der ihr zuliefert, scheint nicht ausgewogen. So fehlen der Aufnahme auch musikalisch mitunter Schmiss, Rhythmus, Abwechslung. Trotz kleiner Perlen, in denen man sich, so man will, selbst wiederfindet („Schöner starker Tag“). Annett Louisan bringt keine schlechte CD auf den Markt – wohl aber eine der gemischten Gefühle. Eine CD, der bei allem Anspruch Fröhlichkeit und Zuversicht allzu oft abhanden kommen. Und die uns ein bisschen ratlos zurücklässt.

Quelle: wa.de

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