Anna Netrebko wirbt für Konzert am Münsteraner Schloss

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Im Sommer singen sie hier: Anna Netrebko und Erwin Schrott am Schloss in Münster ▪

Von Edda Breski ▪ MÜNSTER–Das Leben als Anna Netrebko kann so schlecht nicht sein. In Münster lächelt sie charmant in die Kamera und distanziert sich mal eben von dem Opernwahnsinn. „Wir sind keine von diesen verrückten Musikern, die Tag und Nacht an ihre Musik denken“, sagt sie und lächelt Erwin Schrott an. Der sitzt dunkel und schweigsam neben ihr, und sie lacht noch mehr: „Das Leben ist so schön. Wenn die Arbeit vorbei ist, machen wir etwas ganz anderes.“ Kochen vielleicht. Sie liebe Kochen.

Die große Opernwelt ist für eine knappe Stunde in Münster eingefallen. Netrebko und Schrott, der Sopran und der Bariton, die mit Jonas Kaufmann, Startenor, am 2. Juni ein Konzert in Münster singen wollen. Es soll die ganz große Open-Air-Show werden, die alte fürstbischofliche Residenz wird im Hintergrund angestrahlt, und die Sänger machen das, wofür sie auf der Waldbühne in Berlin, in Wien und anderswo gefeiert worden sind: Sie verlegen die Oper auf die Showbühne, samt Mikros und großer Robe. Dafür machen die beiden Werbung.

„Wir wollen ein bisschen herumspielen, wir lieben die Musik“, sagt Schrott, der in schwarzer Tunika den Bühnenhelden im Normalzustand gibt. Auch im leicht verblassten Festsaal des Schlosses. Eine Tür weiter geht es ins Institut für Genetik. Das Labor gegenüber hat Sicherheitsstufe eins. Netrebko, im poppig-edlen Pulli, mit Swarovskisteinen am Absatz, schmiegt sich an Schrott vor einer eigens aufgebauten Fotowand.

Es soll ein festliches Programm werden. „Ich werde beliebte und bekannte Klassik singen“, verspricht die Russin. Vielleicht etwas Boito, sicher Verdi – aus den „Sizilianischen Vespern“ – und möglicherweise Cilea, „Adriana Lecouvreur“. Die Netrebko verstrahlt gute Laune, was bemerkenswert ist, da sie zwischen PR-Terminen und Konzerten hin- und herjettet: am Vorabend Berlin, dann Wiesbaden, abends geht es wieder in den Flieger. War sie schon mal in Münster? „Ich glaube nicht, oder?“

Der uruguayische Bariton Erwin Schrott ist der Vater von Netrebkos Sohn. Mit ihrem Beziehungsstatus kokettieren die beiden: „Wir sind keine Partner“, sagt Schrott und schaut verschmitzt. Natürlich betonen sie, wie gut sie sich verstehen, wie sehr sie einander vertrauen. „Es gibt leider praktisch kein Repertoire, das wir zusammen singen können“, behauptet Netrebko. Deswegen habe ihnen der Schwede Fredrik Kempe ein Duett geschrieben – „mehr ein Crossover-Stück“, sagt sie. Kempe ist Musical-Sänger und hat unter anderem ein Stück für den Eurovision Song Contest 2010 komponiert. Der neue Song soll besonders open air gut klingen, verspricht Schrott. Damit bekommt der Juni-Abend noch ein bisschen mehr Premieren-Glamour.

Open air sei „harte Arbeit“, sagt Schrott. „Wir können Menschen anlocken, die nie in die Oper gehen würden.“ Zu Netrebko und Schrott kommt Jonas Kaufmann dazu – einer der erfolgreichsten deutschen Tenöre im Geschäft. Und ziemlich gutaussehend. Schaden wird das nicht.

Gipfeltreffen der Stars, Schlossplatz Münster, 2.6.,

Tel. 01805/570070

Quelle: wa.de

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