Beinahe einem "romantischen Betrüger" viel Geld überwiesen / Polizei warnt

Ein Zufall und die eigene Tochter retten Frau (57) aus dem MK vor bösem Fehler

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Märkischer Kreis - Seit März 2019 war kein Fall mehr aktenkundig geworden - jetzt aber wäre es fast wieder so weit gewesen: Eine Frau aus dem Märkischen Kreis hatte sich virtuell in einen vermeintlichen US-Amerikaner verliebt, wollte schon eine "größere Geldsumme" überweisen. Ein Zufall und ihre Tochter verhinderten, dass sie zum Betrugsopfer eines "romantischen Betrügers" wurde.

Mehrfach hatte die Polizei umfangreiche über die Betrugsmasche berichtet, der im November 2018 ein Mann aus Kierspe, danach zwei Frauen aus Iserlohn und eine aus Lüdenscheid aufgessen waren. Sie alle verloren viel Geld.

Das zumindest blieb der Frau im aktuellen Fall erspart. Und es war offenbar auch nur einem Versehen zu verdanken, dass die 57-Jährige nicht die verheerende Überweisung tätigte.

Sie hatte im Internet einen Mann kennengelernt, der angeblich in den USA wohnt. "Er behauptete, er habe der Frau ein Paket mit Millionen-Wert geschickt. Sie müsse nur einige Tausend Euro für Steuern und Zollgebühren an eine Firma überweisen.

Gespannt folgte sie der Anweisung und überwies das Geld. Dabei beging sie einen Fehler: Statt der genannten Firma hatte sie den (angeblichen) Namen des Geliebten als Empfänger eingetragen. Deshalb stornierte sie den Transfer direkt wieder", so die Ermittler.

Jetzt sei ihr die Tochter dazwischen gekommen: "Die behauptete, der Mann sei ein Straftäter. Offenbar war sie so überzeugend, dass die Mutter die Polizei einschaltete. Die Beamten bekräftigten die Sicht der Tochter: Es ist kaum damit zu rechnen, dass irgendein Geldpaket aus den USA eintrifft", heißt es in der Mitteilung.

Woher im Märkischen Kreis das Beinahe-Opfer (57) im konkreten Fall kommt, wollte die Polizei auch auf Nachfrage hin im Gegensatz zu den vier vorherigen Fällen nicht mitteilen. Möglicherweise sei die Frau dann zu leicht zu identifizieren.

So gehen die "Romance Scammer" vor

  • Die vermeinten Liebespartner leben meist auf einem anderen Kontinent.
  • Auf Fotos präsentieren sich weibliche Scammer oft sehr freizügig.
  • Männliche Scammer geben sich immer wieder als Soldaten, Geschäftsmann oder Ingenieur aus. Sie nutzen soziale Netzwerke oder Online-Partnerbörsen und verwenden gerne ungewöhnliche Lebensläufe.
  • Ist ihnen ein Opfer auf den Leim gegangen, wird es Komplimente überhäuft und mit Charme eingewickelt.
  • Nach dem anfänglichen Flirt kommen schon nach wenigen Tagen innigste Liebesbezeugungen. 
  • Manchmal kommt auch ein Kontakt per Skype oder Telefon zustande. 
  • Das dicke Ende lässt meist nicht lange auf sich warten: Kurz vor einem vereinbarten Treffen in der "echten Welt" gerät der vermeintliche Lover urplötzlich in Geldnot. Oder er ist auf Urlaubsreise oder im Militäreinsatz in Afghanistan und kann daheim die Operation der Tochter nicht bezahlen. Deshalb bittet er die neue Internet-Bekanntschaft um einen Geldtransfer. 
  • Immer wieder lassen sich Opfer darauf ein und überweisen sogar mehrmals Geld ins Ausland. Dann bricht der Kontakt abrupt ab. Das Handy ist abgeschaltet, E-Mails gehen ins Leere.

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Diese Hinwese gibt die Polizei

  • Die Polizei rät zur Vorsicht, wenn Internet-Bekanntschaften binnen Tagen von "Liebe" und "Heirat" sprechen.
  • Telefonate oder Skype-Kontakte mit Bild bieten keine Gewähr, dass das Gegenüber "echt" ist.
  • Die Betrüger verwenden gerne Prepaidhandys, die eine Rückverfolgung fast unmöglich machen.
  • Oft machen sich die Betrüger nicht einmal die Mühe, Pseudo-Namen oder Foto zu variieren. Wenn sich das Foto der Angebeteten im Internet auf Foto-Sammlungen findet, dürfte es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Betrüger handeln.
  • Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt hat, kein Geld überweisen.
  • Im Internet tummeln sich viele Betrüger, die ihr Geld mit der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen verdienen.
  • Seien Sie also immer misstrauisch!

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