Feuerwehr musste wegen Kohlenmonoxid-Konzentration ausrücken

Zoll kontrolliert Shisha-Bars in Iserlohn - 20 Kilogramm unversteuerter Tabak

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Zoll-Einsatz an einer Shisha-Bar an der Mendener Straße.

[Update 11.37 Uhr] Iserlohn - Der Zoll hat am Donnerstagabend eine Shisha-Bar an der Mendener Straße in Iserlohn geräumt. Wegen einer erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration wurde auch die Feuerwehr alarmiert. Weitere Bars in Iserlohn, Hagen und Lüdenscheid wurden ebenfalls kontrolliert.

Wie Andrea Münch, Pressesprecherin des Hauptzollamts Dortmund, mitteilte, haben Beamte die Shisha-Bar an der Mendener Straße im Rahmen einer verdachtsunabhängigen Kontrolle überprüft - und wegen einer erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration evakuiert. Auch zwei weitere Bars in Iserlohn wurden kontrolliert - insgesamt wurden demnach 20 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifen-Tabak gefunden, was Strafverfahren wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei nach sich ziehen werde.

Solche verdachtsunabhängigen Kontrollen seien bereits seit etwa zehn Jahren im gesamten Bezirk des Hauptzolllamts Dortmund üblich, weshalb auch drei Shisha-Bars in Lüdenscheid und drei in Hagen überprüft wurden. 

Hintergrund ist laut Münch, dass die Beamten fast immer fündig würden - entweder sei Tabak nicht versteuert oder werde verbotenerweise portionsweise verkauft. Verkauft werden darf laut Münch nämlich nur Tabak in verschlossener Verpackung mit unversehrtem Siegel. Gäste müssten also eine ganze Dose Tabak abnehmen, anstatt nur einen gefüllten Pfeifenkopf. Das werde in der Realität aber oftmals anders gehandhabt. Auch Fälle von Schwarzarbeit häufen sich demnach in Shisha-Bars.

Deshalb waren in Iserlohn unter den 15 Einsatzkräften von Donnerstagabend Beamte von der Kontrolleinheit Verkehrswege und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Letztere befragten die Mitarbeiter der Bars. 

Kohlenmonoxid-Einsatz der Polizei

Wie die Feuerwehr in Iserlohn auf Nachfrage mitteilte, waren deren  Einsatzkräfte durch den Zoll alarmiert worden, da dessen Messgeräte beim Betreten der Shisha-Bar an der Mendener Straße angeschlagen hatten.

Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Lokalität schon komplett geräumt. Die Einsatzkräfte stellten mit ihrer sensibleren Messtechnik ebenfalls eine erhöhnte CO-Konzentration fest. Daraufhin lüfteten sie die Räume. 

Wenn bei mangelnder Belüftung in den Räumen Shisha-Pfeifen geraucht werden, komme es schnell zu einer erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration, hieß es seitens der Feuerwehr auf Nachfrage. Gefährlich sei, dass diese mit bloßer Nase nicht wahrnehmbar sei.

Verletzt worden ist demnach niemand. Die Einsatzkräfte kümmerten sich um eine Reihe von Menschen - augenscheinlich Gäste der Bar. Es habe aber niemand Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit gezeigt. 

Ein Ehepaar, das in einer Wohnung über der Bar wohnt, wurde den Angaben zufolge ebenfalls von der Feuerwehr betreut. Das Paar durfte zurück in die Wohnung, da keine Gefahr mehr vorlag. Die Mendener Straße war während des Einsatzes für etwa 30 Minuten von der Polizei gesperrt worden. 

Einsätze in Lüdenscheid und Hagen 

Zu den genauen Ergebnissen aus Lüdenscheid wurde am Freitag noch nichts bekannt, doch auch dort habe es Verstöße gegeben, so Münch. 

In Hagen wurden in drei Shisha-Bars nach einer Mitteilung der Polizei insgesamt 38 Personen kontrolliert. An einer der Bars konnte demnach eine größere Menge nicht versteuerten Tabaks in einem Auto gefunden werden. Im Umfeld einer anderen Bar fand die Polizei eine Cannabisplantage. Im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses, dessen Treppenhaus einen direkten Zugang zur Shisha-Bar hat, fanden die Ermittler mehrere, getrocknete und abgabefertige Tüten Cannabis sowie diverse Setzlinge, heißt es weiter.

Auch in den Bereichen Steuer und Schwarzarbeit stellten die Einsatzkräfte des Zolls mehrere Verstöße und Unregelmäßigkeiten fest, es wurden drei Strafanzeigen gefertigt. Städtische Mitarbeiter eröffneten acht Bußgeldverfahren unter anderem wegen Verstößen gegen das Gaststättengesetz. Die Einsatzkräfte schrieben einen Bericht für das Gesundheitsamt.

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