Westfalentarif: „Umstellung ist gelungen“

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Wer wie hier an der Freiheitstraße in einen MVG-Bus einsteigt, kann Tickets für Fahrtziele außerhalb des Kreisgebiets lösen.

Werdohl - Seit gut 100 Tagen gilt in Werdohl ebenso wie im gesamten Märkischen Kreis der Westfalentarif. Seit August haben sich die fünf Nahverkehrsverbünde aus dem Sauer-, Sieger- und Münsterland bekanntlich zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Tarifmodell einzuführen.

Jochen Sulies, Pressesprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG), zieht nach gut drei Monaten ein positives Fazit: „Im technischen Bereich ist uns die Umstellung gut gelungen. Hinter dieses Projekt können wir mittlerweile einen Haken machen.“ 

In jedem MVG-Bus können Fahrgäste seit Anfang August nicht mehr nur Tickets für ein Fahrtziel im Märkischen Kreis kaufen, sondern beispielsweise auch für eine Tour nach Winterberg oder Drensteinfurt. „Dafür musste ein große Datenmenge auf unsere Eingabegeräte und Drucker in den Bussen gespielt werden. In enger Abstimmung mit unseren Fahrern und dem zuständigen Unternehmen, das die Datenbank betreut, ist uns das innerhalb weniger Tage ordentlich gelungen“, sagt Sulies. Spürbare negative Rückmeldungen von Fahrgästen zu technischen Problemen habe es kaum gegeben. 

Auch die Vorverkaufsstellen und Servicecenter seien mittlerweile mit den erforderlichen Geräten und der dazugehörigen Software ausgestattet. 

Probleme mit den Überlappungszonen

Geringfügige Probleme gebe es teilweise einzig noch für die Fahrer, wenn Fahrscheine für eine sogenannte Überlappungszone ausgestellt werden müssen. Diese bezeichnete früher den Bereich zwischen zwei MVG-Preisstufen. Mit der Umstellung auf den Westfalentarif, der rund 60 Verkehrsunternehmen unter einen Hut bringt, können Tickets aber nicht mehr über die bis August bekannten Preisstufen gekauft werden. Stattdessen müssen die Kunden ihre Ziel- und Endhaltestelle nennen. „Aber auch dieses Problem werden wir mittelfristig lösen“, sagt Sulies. 

Anstieg der Fahrgastzahlen? 

Wie viele Kunden bisher die Möglichkeit in Anspruch genommen haben, ein Ticket für ein Fahrtziel außerhalb des Märkischen Kreises bei der MVG zu erwerben und ob sich der Westfalentarif auf die Anzahl der Fahrgäste auswirkt, konnte Sulies auf Anfrage unserer Zeitung noch nicht sagen. Eine Auskunft dazu sei erst gegen Ende 2018 möglich, wenn das laufende Geschäftsjahr auch buchhalterisch abgeschlossen ist. 

„Von einer signifikaten Steigerung der Fahrgastzahlen gehen wir bislang allerdings nicht aus. Zumindest haben unsere Fahrer davon nichts berichtet“, sagt Sulies. Ein Großteil der MVG-Fahrgäste sei weiter hauptsächlich zu Fahrtzielen innerhalb des Kreisgebiets unterwegs. 

Das Ruhrgebiet, ein von vielen Märkern oft angesteuertes Ziel, ist auch nach dem Tarifwechsel weiterhin außen vor. Dort gelten bekanntlich die Tarife des VRR, die mit dem Westfalentarif nicht kompatibel sind. „Daran wird sich wahrscheinlich auch zukünftig nichts ändern“, sagt Sulies abschließend.

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