Hoffnungsschimmer für Autofrei-Fans

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Bahnübergang an der B54 bei Sankel

Märkischer Kreis - Auf die Euphorie folgte die Ernüchterung: Wie berichtet, sieht der Märkische Kreis seine Veranstaltung „Autofreies Volmetal“ durch die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge gefährdet. Nun bezog die Deutsche Bahn auf Anfrage unserer Zeitung Stellung und erklärt, warum man sich mit einer Stilllegung der Bahnstrecke während einer Neuauflage schwertut.

Das Hauptproblem liegt demnach nicht allein im erhöhten „Verkehrsdruck“, der laut Märkischem Kreis eine besondere Gefahr an den Bahnübergängen nach sich ziehe, sondern in den Spurrillen. Diese seien an einzelnen Übergängen bislang abgedichtet worden, um Stürze der Fahrradfahrer zu vermeiden.

„Mit Aufnahme des regelmäßigen Zugverkehrs ist das nicht mehr möglich“, sagt ein Bahnsprecher. Und auch für die Absicherung der Übergänge ohne Schranken (an den Zufahrten zu anliegenden Ortschaften) könne nicht jeder freiwillige Helfer eingesetzt werden: Dafür seien Bahn-Mitarbeiter oder beauftragte Fachfirmen notwendig. 

Kurzzeitige Stilllegung (noch) kein Thema

Warum dann also nicht den Bahnverkehr für die Dauer der Veranstaltung ruhen lassen? Von dieser Option hält die Bahn offenbar wenig. „Die Veranstaltung ist ja gerade eine Werbung für den Verkehr ohne Auto, insofern wäre dann die Einstellung des Schienen-Personennahverkehrs ein Paradoxon“, heißt es aus der NRW-Bahn-Zentrale in Düsseldorf. Letztlich liege die Entscheidung über eine kurzzeitige Stilllegung des Betriebs aber nicht bei der Deutschen Bahn, sondern beim Nahverkehrszweckverband Westfalen-Lippe (NWL) als „Besteller der Zugleistungen“. Zudem habe es zwischen der Bahn und dem Märkischen Kreis auch noch keinerlei Gespräche über eine eventuelle Fortsetzung der Veranstaltung gegeben. 

Konzentration auf Reaktivierung

Der NWL indes will sich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht zu einer möglichen Regelung zum Autofreien Volmetal äußern. „Unsere ganze Konzentration gilt derzeit zunächst der Reaktivierung der Strecke, die ja mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erfolgen soll“, betont Uli Beele, Pressesprecher des NWL. An diesem Zeitplan solle sich nichts ändern – „aber wenn wir dann Anfang 2018 die ersten Erfahrungen mit dem Betrieb der Strecke gesammelt haben, können wir uns eingehend mit der Thematik Autofreies Volmetal befassen“, sagt Beele. 

Und so gibt es für alle Freunde der autofreien B 54 offenbar doch einen Hoffnungsschimmer, irgendwann erneut ohne Motorenlärm durch das Volmetal radeln, skaten oder laufen zu können.

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