Zahl der Geburten steigt im Klinikum deutlich an

MÄRKISCHER KREIS – Die Zukunftsprognosen sind düster: Die Bevölkerungszahl schrumpft, gerade im Märkischen Kreis verschwinden, zumindest rein rechnerisch, in den nächsten zwei Jahrzehnten ganze Städte. Doch beim Blick auf die Geburtenzahlen im Klinikum-Hellersen keimt Hoffnung auf.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Hellersen 805 Geburten – mit den Zwillingskindern waren es sogar 822 Säuglinge. Soviel waren es laut Statistik zuletzt vor 15 Jahren, erklärt Dr. Wilhelm Steinmann, Direktor der Frauenklinik in Lüdenscheid. Seit zwei Jahren geht es spürbar aufwärts.

2010 erblickten 627 Kinder in Hellersen das Licht der Welt, ein Jahr darauf waren es bereits 734. Da die Zahlen der Berglandklinik nahezu konstant seien, gebe es für den Südkreis daher einen deutlichen Geburtenanstieg, so Dr. Steinmann. Für die positive Entwicklung in Hellersen gebe es eine Reihe von Gründen. Der solideste Pfeiler sei dabei die Perinatalstation. Die qualifizierte Betreuung und Behandlung von gesunden und kranken Neugeborenen sowie Frühgeborenen und ihrer Mütter – auf derselben Station oder sogar in einem Zimmer, weist Stationsleiterin Susanne Rahmede auf die entscheidenden Vorteile hin. „Die Einbeziehung der kinderärztlichen Intensivstation wird von den Eltern sehr geschätzt.“ Mitte 2010 wurde das in Lüdenscheid entwickelte Konzept umgesetzt. Inzwischen sei die Perinatalstation bei niedergelassenen Ärzten und den umliegenden Krankenhäusern auch in Lennestadt und Attendorn eine anerkannte und geschätzte Einrichtung. Die medizinische Versorgung im Kreißsaal, ein umfangreiches Untersuchungs- und Versorgungsspektrum, die Hilfen durch die Elternschule und die Begleitung von Mutter und Kind zu Hause trügen ebenfalls zur positiven Entwicklung bei.

Die Zahl der Kaiserschnitte ist mit einer Quote von 25 Prozent im Vergleich zu Bund und Land (rund 32 Prozent) relativ niedrig. „Wir möchten den Raum für die natürliche Geburtshilfe erhalten, unterstreicht Barbara Schneider, Leitende Hebamme im Krankenhaus. „Für den Notfall ist immer ein komplettes Team im Haus einsatzbereit.“

Einen neuen Weg geht die Frauenklinik mit der Möglichkeit, Nabelschnurblut zu spenden. Daraus werden wertvolle Stammzellen gewonnen, die zur Behandlung von Leukämie eingesetzt wird. Dafür arbeitet das Klinikum mit der José-Carreras-Stiftung zusammen – dabei sorgt Hellersen für den Transport, die Stiftung übernimmt die Einlagerung. „Das Schönste ist, wenn eine solche Spende einem schwer kranken Kind helfen kann“, sagt Dr. Steinmann und hofft auf eine breite Unterstützung bei den Müttern. Die Idee brachte er von seiner früheren Tätigkeit im Münsterland mit.++

Das Nabelblut wird in den OP-führenden Uni-Kliniken bereits als Alternative zur Knochenmarkspende angesehen. „Die Abnahme tut nicht weh, kann aber Leben retten. Jetzt muss sich das Projekt rumsprechen.“ - be

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