Worum es beim Kartenlegen geht

Viele verzweifelte Menschen sehen im Kartenlegen einen Anker. Sie versprechen sich Hilfe und legen all ihre Hoffnung in eine bessere Zukunft.
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Durch das Kartenlegen soll die Lebenssituation analysiert und auf die Zukunft vorbereitet werden – ohne weitere Fakten zu kennen.

Kartenlegen soll Sicherheit bieten und auf Probleme vorbereiten. Anhand von Motiven zufällig gelegter Karten, sieht sich der Kartenleger befähigt, Aussagen über eine Person zu treffen. Erfahren Sie, wie diese Methode des Wahrsagens funktionieren soll und warum Menschen daran glauben.

Warum Kartenlegen bis heute fasziniert 

Menschen sind von Natur aus neugierig und oft unsicher, zum Beispiel was die Liebe oder ihre Gesundheit betrifft. Sie suchen nach Antworten auf das, was sie sich nicht erklären oder steuern können. Oft wenden sie sich deshalb einer Religion zu oder ziehen die Wissenschaft zu Rate. Konkrete und individuelle Aussagen  über ihre Zukunft erhalten sie jedoch nicht.

Viele wollen Einfluss auf ihre Zukunft nehmen. Es beunruhigt sie, auf Situationen nicht vorbereitet zu sein. An diesem Punkt setzen Kartenleger an. Sie behaupten, mithilfe der Karten die derzeitigen Lebensverhältnisse der Ratsuchenden analysieren zu können. Auf dieser Basis wollen sie auf Ereignisse in der Zukunft schließen. Das Kartenlegen soll allgemein als Hilfestellung dienen, um sich auf anstehende Probleme einzustellen und sie erfolgreich zu lösen.

Entwicklung des Kartenlegens

Diese Methode des Wahrsagens gab es bereits im 7. Jahrhundert in China. In Europa ist das Kartenlegen seit dem 15. Jahrhundert verbreitet. Was früher auf Jahrmärkten stattfand, geschieht mittlerweile im Fernsehen und Internet. Es bedarf lediglich ein Anruf bei einer TV-Sendung oder ein paar Klicks am PC, um eine Lebensberatung zu erhalten. Innerhalb von wenigen Minuten werden die Karten gelegt, Ratschläge gegeben und Probleme beseitigt.

Verzweifelte Personen nehmen diese Art von Lebenshilfe oft wahr. Sie suchen Halt, um neue Kraft zu schöpfen. Solange sich Menschen in einer Notlage befinden oder nach Sicherheit sehnen, wird auch das Kartenlegen bestehen bleiben. Unabhängig davon, ob Wahrsagen generell möglich ist, scheinen viele durch sie Stärke und Halt zu finden.

Wie die Karten gelegt und gedeutet werden

Der Kartenleger mischt alle Karten. Dabei hält er sie mit der Motivseite nach unten gedreht in seinen Händen. Anschließend breitet er die Karten nach einem bestimmten Muster aus. Jede Position steht dabei für einen Lebensabschnitt oder eine Emotion, zum Beispiel Hoffnung, Angst, Gegenwart, Zukunft.

Die Aussagen der einzelnen Motive stehen beim Kartenlegen bereits im Vorfeld fest. Je nachdem, wo die Motive im Legemuster auftauchen, sollen sie Aufschluss über eine Person, ihre momentane Lage und ihre Zukunft geben – ohne Fakten zu kennen.

Verschiedene Varianten der Karten

Beim Kartenlegen sind keine Kartenarten festgelegt. Trotzdem finden einzelne verbreitet Verwendung:

  • Tarotkarten: Die Namensherkunft der Karten ist nicht einheitlich geklärt. Ein Satz aus 78 Karten beinhaltet 22 große und 56 kleine Arkana (lat. Arcanum ‚Geheimnis‘). Die Motive der großen Geheimnis-Karten stehen für die Stufen des Bewusstseins. Zum Beispiel symbolisiert der Narr Sorglosigkeit und Lebenslust, die Sonne Reinheit und Zufriedenheit und der Teufel Abhängigkeit und Versuchung.
  • Lenormandkarten:  Namensgebergin der Karten war die Wahrsagerin und Kartenlegerin Marie Anne Lenormand (1772-1843). Vermutlich finden die Karten ihren Ursprung im Tarot. Charakteristisch sind die im Biedermeierstil gehaltenen Bildmotive. Wie beim Tarot wird jedem Symbol eine Eigenschaft zugewiesen, zum Beispiel dem Hund Treue und Bindung, dem Berg Hemmungen und Frust.
  • Engelkarten:  Die 54, manchmal auch 72 Karten zeigen jeweils ein Engelmotiv. Sie stehen für Schutzengel, die einen begleiten und behüten sollen. Oft sind die Karten zusätzlich mit Stichpunkten versehen. Sie beschreiben den jeweiligen Engel, der den Ratsuchenden beschützen soll.
  • Engelkarten:  Die 54, manchmal auch 72 Karten zeigen jeweils ein Engelmotiv. Sie stehen für Schutzengel, die einen begleiten und behüten sollen. Oft sind die Karten zusätzlich mit Stichpunkten versehen. Sie beschreiben den jeweiligen Engel, der den Ratsuchenden beschützen soll.

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