Kreisdirektorin rechnet mit steigender Zahl an Sichtugen

Der Wolf im Kreis: Darum dürften Balver Wald und Nordhelle seine Favoriten sein

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Der Wolf - hier ein ausgestopftes Exemplar bei der Ausstellung 2017 im Lüdenscheider Kreishaus - ist offenbar auch im Kreis zurück.

Märkischer Kreis - Wenn es künftig zu weiteren Wolf-Sichtungen im Märkischen Kreis kommen sollte, dann vor allem im Balver Wald und im Bereich der Nordhelle.

Das sagte jetzt Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, die an die belegte Wolf-Sichtung am 13. Mai auf der Nordhelle bei Meinerzhagen und an den vermuteten Riss eines Kalbs in Kierspe erinnerte. Der habe zwar nicht zweifelsfrei durch eine DNA-Analyse belegt werden können. "Dass es ein Wolf war, aber es ist davon auszugehen", sagte sie.

Eine zweite bestätigte Sichtung im Märkischen Kreis hatte es am 6. Juli in Kierspe gegeben.

Dienstel-Kümper informierte die Mitglieder am Dienstag im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung über den aktuellen Stand bei den Wolf-Sichtungen in der Region, teilte der Märkische Kreis am Mittwochmittag mit.

"Im Märkischen Kreis noch mehr Wolfsberater als Wölfe"

Dass Wölfe im Märkischen Kreis gewesen seien und vermehrt kommen würden, davon könne man ausgehen. "Allerdings kommt in Deutschland der Luchs sicher noch häufiger vor als der Wolf", so Dienstel-Kümper, die außerdem sagte: "Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. Zurzeit haben wir im Märkischen Kreis aber noch mehr Wolfsberater als Wölfe."

233 Wolf-Meldungen seien beim Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) in den Jahren 2017 und 2018 eingegangen. "Das waren sicher nicht alles Wölfe", so die Kreisdirektorin.

Flache Landschaften mit wenigen Straßen und Siedlungen

Dennoch gehe das Landesamt davon aus, dass sich etwa 600 Tiere in Deutschland aufhalten. In Niedersachsen sei Anzahl der Wolf-Sichtungen in den vergangenen Jahren von 130 auf 3200 gestiegen. 

Das heiße nicht, dass es dort tatsächlich 3200 Wölfe gebe, hieß es dazu ergänzend am Freitag (27. September). Es müssten viel mehr auch Mehrfachsichtungen und Verwechslungen mit Schäferhunden vorgelegen haben. 

Lanuv-Verhaltensregeln: Das sollten Sie tun, wenn Sie einen Wolf sehen!

Der Wolf bevorzuge flache Landschaften mit wenigen Straßen und Siedlungen. Deshalb seien das Sauer- und Siegerland eher Durchzuggebiete für die Tiere. 

Mehrzahl der Sichtungen in Ostwestfalen und am Niederrrhein

Wenn die Jungen aus dem Rudel ausgestoßen werden, müssen sie sich ein eigenes Revier suchen. Dabei legen sie nicht selten mehr als 1000 Kilometer zurück, was ein Versuch mit einer mit Sendehalsband ausgestatteter Wölfin bewiesen habe.

Hier geht es zur Karte der Wolf-Nachweise in NRW

Die meisten Wolf-Sichtungen in NRW habe es in Ostwestfalen und am Niederrhein gegeben. Vor allem Norddeutschland sei bei den Raubtieren beliebt. Dienstel-Kümper: "Bayern weniger, wegen der Berge."

Bei den Landwirten mehren sich die Sorgen

Die Nordhelle zwischen Meinerzhagen und Herscheid sowie der Balver Wald: Das sind für die Kreisdirektorin die Gebiete im Märkischen Kreis, in denen es am ehesten zu Wolf-Sichtungen kommen könnte. Die übrige Region sei zu dicht besiedelt und mit zu vielen Straßen durchzogen.

Bei den Landwirten im Kreis steigen die Sorgen um deren Tierbestand. "Sie werden künftig eine Herausforderung haben", vermutet Dienstel-Kümper. Das Thema Wolf habe auch auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des "Runden Tisches Landwirtschaft" gestanden.

Kalb gerissen: "Betroffenheit deutlich angesehen"

Der Landwirt, dessen Kalb gerissen worden sei, sei dabei gewesen. "Man hat ihm seine Betroffenheit deutlich angesehen."

Dienstel-Kümper empfahl allen Landwirten das Bereitschaftstelefon beim Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz zu nutzen. "Das ist rund um die Uhr besetzt. Die kennen dort alle Wolfsberater der Region."

Dienstel-Kümper ließ aber keinen Zweifel daran, dass man künftig mit dem Wolf leben müsse. "Es ist eine streng geschützte Art. Einen Problem-Wolf aus der Natur zu entnehmen, also zu töten, ist nicht so einfach." - eB

Hier sollten Sie Wolf-Sichtungen melden

Das Lanuv erbittet telefonische Meldungen über Sichtungen eines Wolfes möglichst zeitnah.

  • werktags: 02361-305-0
  • außerhalb der Geschäftszeiten: 0201-714488

Hier können Sie auch eine Sichtung per E-Mail melden.

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