SIHK-Umfrage

Südwestfälische Wirtschaft ist stressresistent

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Im Januar liegt der Index für das Konjunkturklima im Vergleich zum September (3) wieder deutlich im Plus (17).

Lüdenscheid - „Die Unternehmen in der Region sind deutlich stressresistenter geworden.“ SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. h. c. Hans-Peter Rapp-Frick sieht darin einen entscheidenden Faktor für die gute Lagebeurteilung der Wirtschaft zu Beginn des neuen Jahres. „Einschätzungen und Erwartungen sind durchweg positiv.“

Nach der Konjunkturdelle im vergangenen Herbst überwiegt der Optimismus in den Chefetagen. Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) hatte zu Beginn dieses Jahres 201 regionale Unternehmen mit fast 30.000 Beschäftigten befragt.

Branchenübergreifend schätzen immerhin 89 Prozent der Befragten ihre aktuelle Situation mit gut oder befriedigend ein, fast 83 Prozent rechnen mit besseren oder gleichbleibend stabilen Geschäften im weiteren Jahresverlauf. „Die Krisenlagen der Welt trüben die Konjunkturstimmung nicht mehr so ein wie früher.“

Die gelassenen Reaktionen werden allerdings durch einige fundamentale Entwicklungen flankiert: der Verfall des Ölpreises, das weiterhin niedrige Zinsniveau, der Aufschwung in den USA, das Ende der Wirtschaftssanktionen für den Iran und ein schwacher Euro. Das alles wirke sich positiv auf die Exportregion Südwestfalen aus.

„Ich bin selbst überrascht von dem Ergebnis“, bekannte Rapp-Frick, „zumal in den allgemeinen Diskussionen stets auf die Risiken, ausgelöst durch die globalen Unsicherheiten, verwiesen wird.“ Selbst der VW-Abgasskandal habe sich bislang nicht negativ auf die heimische Zulieferindustrie ausgewirkt.

Die Zuversicht mache sich nicht zuletzt an der wirtschaftlichen Struktur fest. „Wir haben nicht die großen Maschinenbauer wie der Kammerbezirk Siegen. Diese Branche hat in der Tat mit Problemen zu kämpfen.“

Beim Stichwort Iran verwies der Hauptgeschäftsführer auf eine geplante Reise von Unternehmern nach Teheran Ende Mai unter Leitung des NRW-Wirtschaftsministeriums. „Es herrscht ein starkes Interesse heimischer Firmen an Kontaktaufnahmen, um den Markt zu erobern.“

Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit spiegele derzeit kein Bereich so deutlich wider wie die Beschäftigung von Flüchtlingen. Rapp-Frick: „Bei den Betrieben herrscht eine große Offenheit, diese Menschen zu beschäftigen und viele Flüchtlinge wollen auch arbeiten. Allerdings dauern die Anerkennungsverfahren viele Monate. Diese Prozesse müssen dringend verkürzt werden.“ Dabei bleibe die Sprache der Schlüssel zum Arbeitsmarkt.

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