KIZ will Eltern besser informieren

MÄRKISCHER KREIS – Die Reihe der Abkürzungen wird in diesem Jahr um eine Variante reicher: KIZ steht für Kommunales Integrationszentrum und es wird derzeit beim Märkischen Kreis eingerichtet.

Der Bewilligungsbescheid der Landesregierung ist bereits eingetroffen. Für dieses Jahr stellt Düsseldorf 170 000 Euro sowie zwei Lehrerstellen zur Verfügung. Der MK zählt zu den ersten Kreisen, der die Integration vor Ort vertiefen soll. Insgesamt sind für das Zentrum neben den beiden Lehrkräften zwei sozialpädagogische Stellen, ein Verwaltungsmitarbeiter sowie eine Assistenzkraft (halbe Stelle) vorgesehen. Der Kreis sorgt für die Räume, die Personalausstattung und die Finanzierung des laufenden Betriebs.

Die Kommunalen Zentren haben die Aufgabe, das Thema Integration und den gesamten Bildungsbereich in das kommunale Geschehen einzubetten. „Migranten erhalten so einen besseren Zugang zu Arbeit und Bildung“, hieß es dazu aus Düsseldorf.

„Die Landesregierung hat schnell gehandelt und das Teilhabe- und Integrationsgesetz in die Praxis umgesetzt. Das ist ein Signal, dass Integration vor Ort ernst genommen wird“, erklärten die SPD-Landtagsabgeordneten aus dem Märkischen Kreis, Inge Blask, Gordan Dudas und Michael Scheffler. Der Kreistag hat Ende Oktober vergangenen Jahres der Konzeption zugestimmt.

Bernd Grunwald, Integrationsbeauftragter beim Märkischen Kreis, sieht den Schwerpunkt der Arbeit in der Einbindung der Eltern, damit sie wissen, „was in Kindertageseinrichtungen und Schulen läuft“. Damit Mütter und Väter auf dem aktuellen Stand sind, sollen in Zukunft alle notwendigen Information in Elterngruppen fließen. Von den 430 000 Einwohnern im Märkischen Kreis liegt die Zahl der Migranten bei rund 100 000. „Die Gruppe der Eltern ist natürlich deutlich kleiner, aber auch sie werden wir nur in enger Abstimmung mit den Institutionen sowie den Städten und Gemeinden erreichen.“

Die Beteiligung von Eltern an den Lern- und Berufswegen ihrer Kinder, gerade an den Übergängen von Tageseinrichtungen zu Schule und später von dort zur Ausbildung, seien für den Erfolg von entscheidender Bedeutung. Gerade an diesen Schnittstellen hapere es noch im Kreis, machten die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen deutlich:

– der Anteil der vierjährigen Kinder mit Sprachförderbedarf liegt im Märkischen Kreis mit 33 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt,

– bei der Überweisungsquote von der Grundschule auf die weiterführende Schule schneiden die Kinder aus dem Märkischen Kreis schlechter ab als im Landesdurchschnitt: 16 Prozent im Kreis gegenüber 12,7 in NRW erhalten eine Empfehlung für die Hauptschule, dagegen nur 33,4 Prozent im Kreis für das Gymnasium gegenüber 39,3 Prozent im Land,

– Kinder mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit wechseln im Märkischen Kreis überdurchschnittlich häufig von der Grundschule zur Hauptschule: 37,6 Prozent im MK gegenüber 25,6 in NRW,

– Im Märkischen Kreis hatten 7,3 Prozent der Schulabgänger (394 Personen) keinen Abschluss gegenüber 5,5 Prozent im Landesdurchschnitt,

– etwa 23 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Märkischen Kreis hatten 2011 keine abgeschlossene Berufsausbildung; bei den ausländischen Beschäftigten lag diese Quote bei 50 Prozent.

Um diese Situation zu verändern, müssten auch die Eltern umfassend über die Möglichkeiten der Unterstützung während der Lern- und Ausbildungsphase informiert werden. „Die Eltern sollen wissen, was ihr Kind macht“, so Grunwald. - be

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