Vorsicht, Wild!

Sechs Wildunfälle an nur einem Morgen im MK: Die Polizei warnt - und gibt diese Tipps

Vorsicht, Wild! Aktuell sind die Straßen im MK besonders gefährlich.
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Vorsicht, Wild! Aktuell sind die Straßen im MK besonders gefährlich (Symbolbild)

Vorsicht, Wild! Aktuell sind die Straßen im MK besonders gefährlich. Die Polizei meldet sechs Wildunfälle an nur einem Morgen.

  • Im Märkischen Kreis häufen sich die Wildunfälle
  • Der Polizei wurden in den ersten Mai-Tagen fast 30 Unfälle gemeldet
  • Tipps: Das gilt es bei gefährdeten Strecken zu beachten

Lüdenscheid/MK - Vorsicht, Wild! Im Moment sind die Straßen des Märkischen Kreises besonders gefährlich: Vor allem auf Strecken, die an Wäldern, Feldern oder Lichtungen vorbeiführen, müssen Autofahrer verstärkt auf kreuzende Wildtiere achten. An den ersten sieben Tagen im Mai 2020 zählte die Polizei im MK schon etwa 30 Wildunfälle - das sind im Schnitt gut vier am Tag.

Am Donnerstagmorgen (7. Mai) krachte es zwischen Mensch und Tier an sechs Stellen im MK. Autofahrer meldeten Wildunfälle an der Fuelbecker Straße in Lüdenscheid, auf der Oestertalstraße in Plettenberg, am Kirchlöher Weg in Halver, an der Waldesruh in Schalksmühle, auf der Märkischen Straße in Hemer und auf der Autobahn A45.

Auf der Sauerlandlinie hatte eine Kehrmaschine ein Reh tot gefahren. Es lag auf dem Seitenstreifen. Auch an der Fuelbecker Straße in Lüdenscheid wurde ein Reh erfasst; es lebte allerdings zunächst weiter und lief weg.

Wildunfälle im MK: Besonders oft im Mai

Im Mai passiert es besonders oft: Rehe oder Wildschweine brechen auf der Suche nach Futter und Revieren aus dem Unterholz und rennen unvermittelt vor oder gegen das Auto. Im Mai 2019 - als vor einem Jahr - gab es im Märkischen Kreis 134 gemeldete Begegnungen dieser Art. Im Juni gehen die Zahlen meist wieder deutlich zurück.

Insgesamt ermittelt der Deutsche Jagdverband jährlich zwischen 200.000 und 250.000 Kollisionen mit Hirsch, Schwein oder Reh. Die Dunkelziffer liegt laut Tierfund-Kataster des Deutschen Jagdverbandes (DJV) jedoch vermutlich fünf Mal so hoch.

Für Tiere endet ein Zusammenstoß mit dem Auto oft mit dem Tod, doch auch für Menschen können Wildunfälle gefährlich werden. Rund 2.800 Personen ziehen sich laut ADAC jedes Jahr Verletzungen bei einem Wildunfall zu.

Wildunfälle im MK: Hier müssen Sie besonders aufpassen

Die meisten Wildunfälle passieren in der Dämmerung: morgens zwischen 5 und 7 Uhr sowie abends zwischen 21 und 23 Uhr. Doch auch außerhalb dieser Kernzeiten passieren Wildunfälle im MK. Besonders gefährlich sind Strecken, die an Wäldern oder Lichtungen vorbei führen.

Für Tiere endet ein Zusammenstoß mit dem Auto oft mit dem Tod, doch auch für Menschen können Wildunfälle gefährlich werden.

An der K8 zwischen Plettenberg und Werdohl-Kleinhammer kollidierte ein Hirsch mit zwei Fahrzeugen, an denen erheblicher Sachschaden entstand. Auch in Altena gab und gibt es immer wieder Probleme mit Wildunfällen.

Neben Warnzeichen (Wildwechsel) sind Jagdsitze unweit der Straße ein mahnendes Zeichen für ein vermehrtes Aufkommen von Tieren. Deshalb rät die Polizei: Besser langsam fahren als wild!

Wildunfall: So handle ich als Autofahrer richtig

Wenn ein Tier auf die Fahrbahn rennt:

  • Abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen!
  • Keine gewagten Ausweichmanöver! Spur halten! Das Fahrzeug könnte ausbrechen, in den Gegenverkehr geraten oder die Fahrt am nächsten Baum enden. Das ist meist gefährlicher als den Zusammenstoß mit dem Tier zu riskieren.
  • Wo ein Tier ist, könnten weitere sein!

Nach einem Zusammenstoß:

  • Unfallstelle absichern (Warnblinker an, Leuchtweste anziehen, Warndreieck aufstellen) und totes Tier, wenn möglich, von der Straßen ziehen (am besten mit Handschuhen).
  • Noch lebende Tiere nicht anfassen. Getötete Tiere dürfen nicht mitgenommen werden. Das wäre Jagdwilderei.
  • Die Polizei rufen und Situation schildern. Eine Unfallaufnahme ist immer nötig bei Tieren, die gejagt werden wie Hasen, Füchsen, Wildschweinen, Rehen. Eine Ausnahme gilt nur für Kleinsttiere wie Eichhörnchen. Die Polizei stellt entsprechende Bescheinigungen aus für eine Meldung an die Versicherung. Man sollte dabei auch an das Wohl der verletzten Tiere denken - auch wenn das gerammte Tier wegrennt. Dann wird der Jagdausübungsberechtigte mit einem Hund das verletzte Wild suchen.

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