Vermeintlich lukratives Erbe verführt Iserlohnerin zum Leichtsinn

Nächstes "Scamming"-Opfer: Frau überweist tausende Euro in die USA

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Iserlohn - Liebe und Mitleid haben eines gemeinsam: Sie machen offenbar blind. Diese bittere Erfahrung machte jetzt auch eine Frau aus Iserlohn. Sie überwies nämlich in diversen Teilbeträgen eine Gesamtsumme von mehreren tausend Euro an einen Mann in die USA. Die Forderungen aus Übersee wurden immer höher, damit wuchs - zu spät - auch die Skepsis. Jetzt erstattete die Frau Anzeige.

"Tatsächlich geht es mal um Liebe, mal um Mitleid. Diese Masche gibt es in verschiedenen Facetten. Immer aber läuft es darauf hinaus, dass das Opfer viel Geld in ein fernes Land an einen Menschen überweist, den man nie zuvor gesehen hat", sagte Polizeisprecher Christof Hüls.

Auf innigste Liebesbekundungen folgen schnell vermeintliche Hilferufe: Mal spiegeln die Betrüger eigene Notlagen vor, mal sollen enge Verwandte Hilfe benötigen. Da wurden angeblich Koffer gestohlen oder das Kind braucht eine lebenswichtige, teure Operation. 

Hoher emotionaler Stress für die Opfer

Auch die Behauptung, gerade im Militär-Einsatz zu stecken und deshalb nicht an das eigene Geld zu kommen, ist typisch. Deshalb bitten die Täter ihren vermeintlichen neuen Internet-Partner, Geld zu überweisen via Western Union oder MoneyGram. 

Die Täter setzen ihre verliebten Opfer dabei einem hohen emotionalen Stress aus.

Gutgläubig überweisen die das gewünschte, wenn nicht gar mit Nachdruck geforderte Geld - das dann auf nimmer Wiedersehen verschwindet. Die Polizei spricht dann vom "Love- oder Romance-Scamming" und warnt eindringlich: "Vorsicht beim virtuellen Flirten!"

Im konkreten Fall hatte die Iserlohnerin den Mann vor mehr als einem Jahr über das Internet kennengelernt. Jetzt am Mittwoch erstattete sie bei der Polizei Anzeige wegen Betrugs.

Angeblich sollte die Iserlohnerin irgendwann erben

Angeblich habe sie der Mann als Erbin einsetzen wollen - dafür müsse sie ihm allerdings zunächst Geld überweisen. Genau das tat sie dann... "Erst als die Summen immer höher wurden, wurde sie misstrauisch", so die Polizei.

Ein vergleichbarer Fall aus dem Märkischen Kreis war erst am 30. November 2018 publik geworden - also vor nicht einmal zwei Monaten. Dabei hatte ein Mann aus Kierspe eine Frau über ein Dating-Portal kennengelernt - angeblich im Militäreinsatz.

Hier finden Sie weitere aktenkundige "Scamming"-Fälle 

Und in ihrer Familie häuften sich auch die Notlagen: Über verschiedene Wege transferierte der Kiersper binnen weniger Tage kleinere und größere Geldbeträge an verschiedene Personen rund um den Globus.

Die Polizei gibt diese Tipps

  • Telefonate oder Skype-Kontakte mit Bild bieten keine Gewähr, dass das Gegenüber "echt" ist. 
  • Die Betrüger verwenden gerne Prepaidhandys, die eine Rückverfolgung fast unmöglich machen.
  • Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt hat, kein Geld überweisen. 
  • Im Internet tummeln sich viele Betrüger, die ihr Geld mit der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen verdienen.
  • Seien Sie also immer misstrauisch!

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