Aktueller Fall im MK

Wespen im Haus: Dringende Warnung

Märkischer Kreis - Wespen im Haus sind ein großes Ärgernis. Richtig gefährlich kann es werden, wenn die Wespen ein Nest bauen. Dann rufen viele den Schädlingsbekämpfer. Die Polizei warnt dringend. 

  • Wespen will niemand im Haus haben
  • Wespennester können sogar eine echte Gefahr darstellen
  • Dennoch hat die Polizei MK eine dringende Warnung parat

Wespen-Alarm! Eine Mieterin aus Iserlohn entdeckte ein Wespennest im Rolladenkasten. Sie informierte die Vermieterin. Pflichtbewusst kümmerte sich die Hauseigentümerin um einen Schädlingsbekämpfer und rief eine Handy-Nummer an, die sie im Telefonbuch entdeckt hatte.

Wespennest im Haus entfernen: Vermieterin ruft Schädlingsbekämpfer an

Am Telefon wurde der Vermieterin versprochen, dass das Wespennest für einen Preis von 250 Euro entfernt werden würde. Die Frau sagte zu - ein Riesen-Fehler, wie sich nur kurz darauf herausstellte. Zwei Männer rückten in der Wohnung in Iserlohn an. 

Nachdem sie irgendetwas in der Wohnung gemacht hatten, präsentierten sie die Rechnung, schrieb die Polizei in ihrem Bericht: Kosten: 700 Euro! Das kam der Vermieterin happig vor, dennoch zahlte sie. 

Zahlung per Bankkarte: Betrüger buchen mehr ab als vereinbart

500 Euro hatte das Opfer bar bereitliegen, die restlichen 200 Euro für die Entfernung des Wespen-Nests wollte die Frau per Bankkarte bezahlen. Dabei schlugen die Täter noch einmal zu: Sie buchten zusätzlich fast 700 Euro ab. 

Wespennest-Beseitigung verursacht Kosten von fast 1.200 Euro

Insgesamt verursachte der der Wespen-Einsatz damit Kosten von fast 1.200 Euro. Und das bitterste. Das Geld ist weg, aber die Wespen sind immer noch da, ebenso das Wespennest. Das surrende Geräusch aus dem Rolladenkasten bleibt. 

Ein Wespennest stellt nicht immer eine Gefahr dar.

Schnell war klar, dass ist ein klassisches Vorgehen der "Schädlingsbekämpfer-Mafia", deren "Mitglieder" häufig im Ruhrgebiet sitzen. Die Familie des Betrugsopfers (87) recherchierte im Internet und stieß auf Warnhinweise vor einer betrügerischen Firma. Deshalb erstattete die Seniorin nun Anzeige wegen Betrugs. 

Wespen-Saison beginnt im August erst richtig - Dringende Warnung der Polizei MK

Die Wespen-Saison beginnt erst gerade so richtig. Es gibt Tipps, wie Sie Wespen in der Wohnung loswerden können. Deshalb hat die Polizei Märkischer Kreis eine dringende Warnung. Sie warnt vor unseriösen Handwerkern, die sich unter seriösen Schlüsseldiensten oder Kammerjägern tummeln.

Schädlingsbekämpfer vor Ort anrufen - Vorsicht vor Abzockern

Betroffene sollten sich laut Polizei zunächst an örtliche Anbieter wenden. Es gibt überregionale Vermittler, die bei der Suche im Internet in Verbindung mit allen möglichen Ortsnamen ganz oben erscheinen. Tatsächlich haben sie jedoch keine Adresse vor Ort.

Wespe (Symbolbild)

Auch im gedruckten Telefonbuch gibt es schwarze Schafe. Doch Betrüger, die alle paar Wochen die Handynummern wechseln und damit unerreichbar werden für Beschwerden oder Kritik, können dort schlecht Werbung machen. 

Folgende Tipps gibt die Polizei bei Schädlingsbefall, zum Beispiel bei einem Wespennest 

  • Beschreiben Sie am Telefon Ihr Problem möglichst genau. Nur so kann ein seriöses Unternehmen den Aufwand und damit die Kosten abschätzen. Sind die Nester ohne Leiter erreichbar? Wie groß und wie zugänglich ist das Nest? Vereinbaren Sie möglichst einen festen Preis, fragen Sie nach Fahrt- oder Materialkosten. Kontakten Sie mehrere Anbieter.
  • Lassen Sie sich beraten! Seriöse Fachleute sollten Ihnen eine erste Einschätzung geben können. Sie wissen auch, ob eine Beseitigung des Nestes überhaupt mit den Naturschutzgesetzen vereinbar wäre. Schauen Sie sich im Internet die Webseiten genauer an: Hat die Seite ein Impressum mit Namen und Adresse?
  • Ist dort ein Eintrag im Handelsregister genannt? Kommt der Fachmann selbst oder beauftragt er Dienstleister vor Ort? Fotos auf der Internet-Seite lassen sich aus allen möglichen Quellen zusammensuchen. Es erweckt mehr Vertrauen, wenn der Dienstleister eigene Fotos von seiner Arbeit präsentiert.
  • Bleiben Sie bei den Arbeiten in der Nähe, um Aufwand, Leistungsversprechen und tatsächlich geleistete Arbeit beurteilen zu können!
  • Zahlen Sie nur das, was vereinbart wurde. Bestehen Sie auf einer formgerechten Rechnung. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Lässt sich der Kammerjäger darauf nicht ein, rufen Sie die Polizei und erstatten Anzeige!
  • Im Schadensfall: Wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale beziehungsweise erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Immer wieder kommt es zu Abzocke. In Altena sollte ein Wespennest entfernt werden. Das war teuer, aber nicht weg. Auch die Beseitigung von Bettwanzen war ein Anlass zur Abzocke. Eine Schwarze Witze - eine Spinne - rief in Werdohl hingegen die Feuerwehr auf den Plan

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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