Alarmbereitschaft in Werdohl und Altena

Lenne-Hochwasser: So ist die aktuelle Lage am Montag

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Altena/Werdohl - Das Hochwasser geht zurück. In Altena war am Wochenende die Lenneuferstraße überflutet und gesperrt. In Werdohl lief der Goethe-Parkplatz voll. Wir behalten die Lage im Blick.

  • In Altena und Werdohl ist am Wochenende die Lenne über die Ufer getreten. 
  • In Altena erreichte der Lennepegel am Samstag einen Stand von 2,60 Meter. Die Lenneuferstraße war überschwemmt. 
  • Für Altenaer Verhältnisse war es nur ein kleines Hochwasser; Sorgen macht man sich in der Burgstadt erst ab einem Pegelstand jenseits der Vier-Meter-Marke. 
  • In Werdohl war der Goethe-Parkplatz gesperrt. 
  • Am Montagmorgen lag  der Pegel in Rönkhausen bei 1,75 Meter. 

So ist die Lage in Altena:

Montag

1,89 Meter: Der Lennepegel ist wieder unter Straßenniveau gesunken. Mitarbeiter des Bauhofs sind mit den Aufräumarbeiten befasst. Nach dem Hochwasser wird alles wieder blitzblank geschrubbt. 

Sonntag

Der Lennepegel ist zwar auf 2,30 Meter gesunken (Stand 13.00 Uhr), das Wasser steht aber immer noch auf der Straße. Die Aufräumungsarbeiten könnten "bis auf weiteres" noch nicht beginnen, teilt der Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung mit. 

Mit ein Grund dafür ist, dass die Bigge mehr Wasser abgibt, als in sie hineinfließt. Damit soll mehr Hochwasserschutzraum geschaffen werden. Die Talsperre ist noch immer zu knapp 97 Prozent gefüllt.

Samstag

In der Nacht zu Samstag hat die Lenne wie erwartet die Lenneuferstraße überflutet. Das Wasser steht von der Mittleren Brücke bis zum Lennekai unter Wasser, sodass die Zufahrt zu den Parkhäusern und den Parkplätzen am Küstersort noch möglich ist.

In Altena sind die Wassermassen auf der Straße am Nachmittag nicht zu übersehen.

Das Wasser steigt weiter, aber moderat. Um 8.45 Uhr stand der Pegel Altena bei 2,60 Meter. Damit handelt es sich für Altenaer Verhältnisse um ein eher kleines Hochwasser.

Lenne-Hochwasser in Altena und Werdohl

Echte Sorgen macht man sich in der Burgstadt bei Wasserständen jenseits der vier Meter-Marke. Trotzdem: Auch dieses Hochwasser verursacht Kosten - im Schnitt um die 40.000 Euro, berichtete unlängst Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Nicht zu übersehen: ein Lennehochwasser macht Dreck und versursacht auch dadurch nicht unerhebliche Kosten.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen wurden im Laufe von Jahrzehnten immer weiter optimiert, das Abschotten der Innenstadt ist damit schnell erledigt. Viel mehr Arbeit macht der Dreck. Wenn das Wasser verschwunden ist (im Moment weiß keiner, wann das sein wird) muss die Lenneuferstraße aufwändig von Schlamm und Treibgut befreit werden.

Mitarbeiter des Baubetriebshofs verbarrikadieren die Durchgänge zur Altenaer Innenstadt mit Holzbohlen. So wird verhindert, dass das Wasser in die Einkaufsstraße fließt.

Gegen 21 Uhr hatte der Lennepegel am Freitagabend den tiefsten Punkt der Lenneuferstraße erreicht und floss auf die Fahrbahn. Die Straße ist gesperrt, die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet. Die Stadt hat die Parkscheinautomaten demontiert. 

Bereits im Laufe des Nachmittags war die Polizei durch die Stadt gefahren und hatte Autofahrer aufgefordert, ihre Pkw von der Lenneuferstraße wegzufahren. Die Tiefgaragen Burg Holtzbrinck und Fritz-Berg-Haus sollen nach Angaben der Feuerwehr erreichbar bleiben. 

Angesichts der Wetterlage und der Entwicklung der Pegelstände im Oberlauf ist über Nacht mit einem weiteren Anstieg des Lennepegels zu rechnen. 

Polizei warnt die Altenaer Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen vor dem Anstieg des Lennepegels.

Wie Florian Splitt-Meyer vom Ordnungsamt erklärte, liegt der Grund für das Hochwasser darin, dass die Bigge, die zu 97 Prozent gefüllt ist, ihre Wasserabgabe erhöhen muss. 

Der Starkregen am Freitag hat seinen Teil zum Anstieg des Pegels beigetragen. 

Um 12.24 Uhr wurde der Löschzug 1 der Feuerwehr Altena alarmiert, um vorsorglich 500 Sandsäcke zu füllen.

Hier der Live-Blick auf die Lenne in Altena

Aus diesem Straßeneinlauf fließt das erste Wasser auf die Lenneuferstraße. Das Bild zeigt: Es steht "Oberkante Unterlippe".

So ist die Lage in Werdohl:

Montag

Entwarnung: Die Lenne hat sich deutlich zurückgezogen, Promenade und Goethe-Parkplatz sind wieder trocken. Derzeit liegt der Pegel in Rönkhausen bei 1,75 Meter. Noch heute will der Betriebshof den Parkplatz reinigen und dann wieder freigeben zum Parken. 

Sonntag

Nach weiterem Regen hat es am Sonntagmorgen um 11 Uhr endlich aufgehört zu regnen. Mittlerweile scheint sogar zwischendurch die Sonne. Doch es soll weiteren Regen geben.

Insgesamt hat sich die Lage daher seit Samstagabend entspannt. " Es war nicht zu extrem", sagt Uwe Bettelhäuer, Leiter des Bauhofs am Sonntagvormittag. Das Wasser ist zurückgegangen. Noch ist der Goethe-Parkplatz gesperrt. Bettelhäuser sagt: "Wenn nichts dazwischen kommt, werden wir den Parkplatz am Montag reinigen und wieder freigeben." 

Der Goethe-Parkplatz ist seit Samstagmorgen gesperrt.

Was dazwischen kommen könnte, ist eine Öffnung der Biggetalsperre, wenn diese zu voll läuft. Denn sobald Wasser abgelassen wird, "steigt der Pegel gleich wieder um 40 bis 50 Zentimeter". Dies war in der Nacht von Freitag auf Samstag der Fall. Am Freitagabend war Wasser aus der Bigge abgelassen worden.

Das Wasser fließt am Sonntagmorgen auf den Goethe-Parkplatz.

Der Pegel sank vom Höchststand von etwas über 2,60 Meter am Samstag um 14 Uhr auf etwa 2,20 Meter am Sonntagmorgen (Stand 10 Uhr).

Das Baumaterial, das für die Arbeiten am Brüninghaus-Platz auf dem Goethe-Parkplatz gelagert wird, wirkt wie ein kleiner Schutzdamm.

Samstag

Seit Samstagvormittag ist der Goetheparkplatz in Werdohl überschwemmt. Am Morgen waren bereits die Parkscheinautomaten abgebaut worden.

Aktuell habe sich der Pegel bei 2,60 Meter eingependelt, erklärte Uwe Bettelhäuser vom für den Hochwasserschutz zuständigen Betriebshof am Nachmittag auf Anfrage. Das mache eine Sperrung des Trog noch nicht nötig. Das geschieht erst ab einem Pegel von etwa 2,80 Metern.

"Im Moment besteht keine akute Gefahr. Da ist noch Platz", sagt Bettelhäuser. Zur Not würde man den Hochwasserschutz aufbauen.

Der Goetheparkplatz in Werdohl steht nun auch unter Wasser.

Seit dem Mittag hat es in Werdohl aufgehört zu regnen. "Interessant wird es noch einmal, wenn mehr Wasser aus der Bigge abgelassen wird", sagt Bettelhäuser. Im Moment können er und seine Mitarbeiter aber nicht mehr unternehmen. "Wir beobachten den Pegel."

Der Pegel war von Donnerstagmorgen 7 Uhr bis Freitagnachmittag von etwa 1,42 Meter auf knapp zwei Meter gestiegen. Die erste Meldegrenze liegt bei 1,90 Metern. Schon seit Donnerstagabend 22 Uhr befindet sich der Pegel konstant auf diesem hohen Niveau. 

Erst Mitte Februar hatte es das bislang letzte leichte Hochwasser in Werdohl gegeben, bei dem der Pegel die Zwei-Meter-Marke überschritten hatte und der Goethe-Parkplatz überflutet worden war. Die Stadt ließ ihn auch damals sperren.

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