Pöbeleien ohne Konsequenzen

Zoff an der Nordhelle: „Wenn der Arsch nicht fahren kann“

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Kurz nachdem die Sperrungsschilder an der Landstraße 707 aufgestellt waren, beschmierten Unbekannte diese mit der polizeifeindlichen Abkürzung "ACAB". Zunächst wurden die Schilder ausgetauscht und später - nach der Aufhebung der Sperrung - wieder abgebaut. 

Herscheid - Anfeindungen gegen Polizisten, Stockschläge von Spaziergängern und jetzt auch noch Beschimpfungen von Unfallopfern – auf der Nordhelle fallen in trauriger Regelmäßigkeit Mitbürger durch ihr unsoziales Verhalten auf.

Die mit den englischen Abkürzungen ACAB („Alle Polizisten sind Bastarde“) beschmierten Verkehrsschilder und der Stockschlag eines Wanderers, der eine Motorradfahrerin attackierte, wurden zur Anzeige gebracht. Das Verhalten der Motorradfahrer, die am Samstag an dem verunglückten 17-Jährigen vorbeifuhren wird hingegen keine rechtlichen Konsequenzen haben. 

Der junge Lüdenscheider war mit seinem Zweirad in Richtung Valbert fahrend in einer Linkskurve zu Fall gekommen und verletzte sich dabei schwer. Während er vom Rettungsdienst behandelt wurde, musste er sich Sprüche wie „Wenn der Arsch nicht fahren kann“ anhören; im Anschluss ließen die Personen ihre Maschinen aufheulen und eilten davon.

"Aus moralischer Sicht vollkommen inakzeptabel"

Normalerweise hätten seine Kollegen die betreffenden Fahrer angehalten und belehrt, gibt Polizeisprecher Dietmar Boronowski zu verstehen: „Allerdings waren sie in diesem Moment in den Einsatz eingebunden.“ Das Verhalten der Motorrad-Rüpel sei zwar nicht strafbar gewesen. Ihr despektierliches Verhalten sei allerdings aus moralischer Sicht vollkommen inakzeptabel. 

Keinerlei Auswirkungen hat der Vorfall auf die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Märkischen Kreis und dem Bund deutscher Motorradfahrer. Ob die Sperrung der Nordhelle für Motorräder rechtswidrig war, damit muss sich das Oberverwaltungsgericht Münster befassen. Wegen der Belastung durch eine Vielzahl an Altfällen könne kein konkreter Zeitraum für eine Entscheidung genannt werden, sagte Richter Dirk Rauschenberg.

Die Rechtsabteilung des Kreises wurde durch das Oberverwaltungsgericht zu einer Stellungnahme zum Thema Rüttelstreifen aufgefordert, erklärt Sprecherin Ursula Erkens. Für die Installation von Rüttelstreifen ist der Straßenbaulastträger, Straßen NRW, zuständig, nicht der Kreis.

Keine Rüttelstreifen im Kurvenbereich  

Laut Aktenlage bot sich nach einem Ortstermin lediglich die Installation in einem Bereich an und wurde von Straßen NRW am 24. September 2015 zunächst umgesetzt – ohne Erfolg. Etliche Bürger beschwerten sich, dass die Rüttelstreifen ein Verkehrshindernis darstellen. Daraufhin wurden sie am 24. August 2016 wieder entfernt. 

Das Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken regelt verbindlich die Bedingungen zur Installation von Rüttelstreifen. Demnach ist die Anbringung ausschließlich im Bereich von Geraden vor den Kurven mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zulässig. Eine Anbringung von Rüttelstreifen im Kurvenbereich hat demnach keine Zulassung und bedeutet nach Auffassung des Baulastträgers eher eine Verkehrsgefährdung.

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