Dank guter Konjunktur: Viele Langzeitarbeitslose finden Anstellung im Helferbereich

Weniger Hartz IV-Bezieher

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die finanzielle Leistungen vom Job-Center erhalten, ist in den vergangenen Monaten weiter gesunken – im Oktober auf rund 16100.

Märkischer Kreis - Volker Riecke, Geschäftsführer des Job-Centers Märkischer Kreis, hatte eine ganze Reihe von guten Nachrichten mit in die Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschuss gebracht. Zum Beispiel: Die Zahl der erwerbfähigen Leistungsberechtigten aus dem Hartz IV-Bereich ist im Märkischen Kreis im Oktober auf 21 653 gesunken. Das ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang um 5,6 Prozent. Grund ist die gute Konjunktur.

Die positive Entwicklung zog sich durch den gesamten Leistungsbereich des Job-Centers, das für die Betreuung und Vermittlung von Hartz IV-Beziehern zuständig ist. „Wir haben den niedrigsten Stand seit der Einführung“, sagte Riecke. Das Arbeitslosengeld II gibt es inzwischen seit mehr als 13 Jahren. 

Viele Langzeitarbeitslose hätten aufgrund der wirtschaftlichen Lage sogar im Helferbereich eine Anstellung gefunden. „Häufig machen Arbeitgeber Abstriche bei den Anforderungen und sind froh, wenn sie bei der augenblicklichen Auftragslage noch Personal bekommen.“ Sehr erfreulich entwickelt sich aus Sicht des Geschäftsführers die Arbeitsmarktsituation der Flüchtlinge. Einerseits gebe es inzwischen weniger Zugänge, aber ein großer Teil der hier lebenden Personengruppe sei inzwischen in Arbeit und Ausbildung.

 „Das liegt an den erfolgreichen Sprachkursen“, erklärte Riecke vor den Ausschussmitgliedern. „Mit den deutlich besseren Sprachkenntnissen ist die Einstellungsbereitschaft in den Unternehmen stark gestiegen.“ In Zahlen ausgedrückt heißt das: Mehr als 600 Personen vermittelte das Jobcenter. „Damit wurden unsere Erwartungen weit übertroffen.“ Gerechnet hatten die Fachleute mit einer Vermittlungsquote von 15 Prozent, tatsächlich liegt sie inzwischen bei 22 Prozent.

 Die gute Lage spiegelt nicht zuletzt die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV-Haushalte) wider. In den vergangenen 13 Monaten notierte das Job-Center einen Rückgang um 5,2 Prozent – von fast 17 000 im Oktober vergangenen Jahres auf aktuell rund 16 100. Rund 2000 Bedarfsgemeinschaften entfallen dabei auf Geflüchtete.

 Haushalte verabschiedet 

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gebe es keinen Grund fürs Job-Center, die „Hände in den Schoß“ zu legen, unterstrich Riecke. „Viele Menschen im Helferbereich haben nur befristete Arbeitsverhältnisse.“ Irgendwann schwäche sich die gute Auftragslage in den Unternehmen wieder ab. „Deshalb gebe es weiterhin einen hohen Handlungsbedarf, um diesen Personenkreis weiter zu qualifizieren. „Wir haben keine Krise am Horizont, aber die Dynamik geht zurück.“ In einigen Branchen, zum Beispiel bei den Zulieferern, werde es schwieriger werden, prophezeite der Geschäftsführer. Das Grundproblem, Stellenanbieter und Suchende zusammenzubringen, sei nach wie vor die fehlende Mobilität unter den Bewerbern. 

Ohne Diskussion verabschiedete der Ausschuss die Haushalte für die Bereiche Gesundheit (sieben Millionen Euro) und Soziales. Letzterer ist mit 180 Millionen Euro der größte Einzeletat im gesamten Haushalt des Märkischen Kreises. Handlungsspielraum hat die Politik aber ohnehin nicht: Bei den Ausgaben – zum Beispiel Grundsicherung im Alter oder Eingliederungshilfen – handelt es sich um Pflichtaufgaben.

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