300 weitere Menschen in Lüdenscheid und Halver untergekommen

Flüchtlinge: Viel Arbeit für Einsatzkräfte im Kreis

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[UPDATE 13.10 Uhr] Märkischer Kreis/Lüdenscheid/Halver - 47 Flüchtlinge sollen am Sonntag in der vom Märkischen Kreis eingerichteten Unterkunft „An der Susannenhöhe“ in Halver ankommen. Das erfuhr der Krisenstab des Kreises erst wenige Stunden zuvor von der Bezirksregierung Arnsberg.

„Dann sind wir in beiden Einrichtungen voll belegt“, erklärte Landrat Thomas Gemke im Krisenstab. 150 Flüchtlinge sind bereits in der Turnhalle der kreiseigenen Berufskollegs am Raithelplatz in Lüdenscheid aufgenommen worden, 103 sind es in Halver.

Punkt 16 Uhr waren die Notunterkünfte des Märkischen Kreises in Halver und Lüdenscheid am Freitag bezugsfertig. Mitarbeiter der Kreisverwaltung, Sicherheitsdienst und Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen standen bereit. In den frühen Abendstunden kamen die ersten Flüchtlinge in der Turnhalle des Berufskollegs am Raithelplatz in Lüdenscheid an. Bis weit in die Nacht trafen insgesamt 150 Asylsuchende in der Bergstadt ein, wurden direkt medizinisch untersucht, versorgt und registriert.

Die letzten Busse in Halver kamen Samstagmorgen um 3 Uhr an. Sie brachten 103 Flüchtlinge an die ehemalige Förderschule Susannenhöhe. Auch hier funktionierte die Erstaufnahme reibungslos.

Flüchtlingunterkunft Raithelplatz

Nur sechs Personen, davon vier in Halver und zwei in Lüdenscheid, waren augenscheinlich erkrankt und wurden zur Behandlung in die Märkischen Kliniken nach Lüdenscheid beziehungsweise ins Krankenhaus in Wipperführt gebracht. Noch am Samstagmorgen liefen die Impfungen an.

Die Flüchtlinge wurden nach ihrer Ankunft in Lüdenscheid medizinisch untersucht.

Wie der Märkische Kreis meldete, sind die medizinischen Eingangsuntersuchungen sowie die Impfung der in Lüdenscheid untergebrachten Flüchtlinge mittlerweile weitestgehend abgeschlossen. „Das haben wir mit etwa 15 Kreismitarbeitern – darunter fünf Ärzten und vier Helfern – sowie mit Unterstützung der Hilfsorganisationen sehr zügig hinbekommen“, berichtete Volker Schmidt, Fachbereichsleiter Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz beim Märkischen Kreis.

100 der 150 in Lüdenscheid untergebrachten Männer, Frauen und Kinder wurden geimpft. „Die restlichen waren es schon“, erklärte Volker Schmidt. Auch in Halver ist die Eingangsuntersuchung erfolgt, geimpft werden die Bewohner dort noch.

Ein großer Teil der Flüchtlinge kommt aus Syrien (86), aber auch aus vielen anderen Nationen wie zum Beispiel Afghanistan (30), dem Irak (29), Bangladesch (10) und Pakistan (10) – darunter Familien, aber auch viele alleinstehende Männer. Insgesamt sind 49 Frauen eingetroffen.

Bei der ersten Lagebesprechung am Samstagmorgen im Lüdenscheider Kreishaus und später in den Notunterkünften vor Ort bedankte sich Landrat Thomas Gemke bei allen, die in den vergangenen Tagen die Notunterkünfte eingerichtet hatten. Sein Dank ging auch an die Kreismitarbeiter, die sich freiwillig gemeldet haben, den Betrieb der Notunterkünfte im Schichtdienst bis Ende September sicherzustellen.

„Ohne die Unterstützung der verschiedenen Hilfsorganisationen wäre dieser Kraftakt nicht möglich gewesen“, betonte Thomas Gemke und fügte hinzu, dass der Märkische Kreis mit dem Betrieb zweier Notunterkünfte absolut am Limit angekommen sei. „Ich freue mich, dass wir mit dem Malteser Hilfsdienst ab Oktober einen Betreiber für die beiden Einrichtungen gefunden haben.“

Überwältigt war der Krisenstab vom großen Zuspruch auf die Informationsveranstaltung für Menschen, die helfen oder spenden wollen. Dazu hatten mehrere Kirchengemeinden für Samstag ins Gemeindezentrum Lösenbach an der Schubertstraße in Lüdenscheid eingeladen. „Da sind weit über 100 Personen gekommen“, freute sich Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper.

Die Kreisdirektorin weist aber darauf hin, dass die Spendenbereitschaft und Hilfe koordiniert ablaufen muss. „Über das eingerichtete Bürgertelefon erhalten alle Interessenten Auskunft.“ Das Bürgertelefon ist zu erreichen unter 02351/9668350. Per E-Mail geht es unter notunterkunft@maerkischer-kreis.de.

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