Weiter stündlicher ICE-Halt in Hagen

+
Die Proteste verfehlten ihre Wirkung nicht: Der ICE in Richtung Berlin fährt auch künftig im Stundentakt.

Hagen - Die Bahn stärkt den ICE-Haltepunkt Hagen und ihr ist nach den Worten des Lüdenscheider SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas die „Quadratur des Kreises“ gelungen: Der ICE nach Berlin wird weiterhin stündlich am Hagener Hauptbahnhof halten.

Dazu kommt: Alle zwei Stunden wird der bisherige Flügelzug (in Hamm werden zwei Zugteile ge- oder entkoppelt) durch einen Sprinter ersetzt. Weil der Halt in Hamm entfällt, verringert sich die Fahrzeit nach Berlin um zehn Minuten. Das neue Angebot soll „mittelfristig umgesetzt“ werden – nach den bisherigen Planungen rollt der erste Sprinter im Dezember 2023 aus dem Hagener Bahnhof. 

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die Deutsche Bahn (DB) stellten im NRW-Landtag ein neues Gesamtkonzept für den Fernverkehr vor. Reisende von Köln, Wuppertal und Hagen haben weiterhin stündliche Direktverbindungen nach Bielefeld, Hannover und Berlin. 

In Hagen hatte es zuletzt massive Proteste gegen Reduzierungen der ICE-Halte gegeben. Die Bahn hatte ursprünglich mit diesem Gedanken gespielt. Gegenwind gab es von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK). Jan Tornow, Verkehrsexperte bei der Kammer, lobte das Bekenntnis zum Stundentakt. „Das ist das Entscheidende für unsere heimische Wirtschaftsregion. Dafür haben wir lange und beharrlich gekämpft.“

 Dass es künftig alle zwei Stunden noch etwas flotter nach Hannover und in die Bundeshauptstadt geht, sei nicht entscheidend. Ein großes Lob sprach Dudas der Bahn aus, weil zum einen der Stundentakt garantiert werde und es zum anderen keine Auswirkungen auf den Nahverkehr gebe. „Die Bahn hat sehr gute Arbeit geleistet“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete. 

„Eine harte Nuss“ 

Mit Blick auf die kommenden Monate ist Tornow allerdings verstimmt über das Vorgehen der Bahn. Denn der ICE wird zwischen März und Oktober 2019 nicht im Hagener Hauptbahnhof halten. Der Grund dafür sind Brückenarbeiten im Großraum Bielefeld. Während der Arbeiten an den Brücken müssten laut Bahn die Fernbahngleise zwischen Brackwede und Herford gesperrt werden. Dadurch komme es zu Fahrplanabweichungen. Der ICE, der über die Wupperschiene kommt, wird allerdings vor den Augen der Bahnreisenden durch den Hagener Hauptbahnhof rollen und nicht anhalten. Die Bahn begründet das mit Verzögerungen, die wieder aufgeholt werden müssten. 

„Das ist eine harte Nuss für uns“, sagte Tornow. „Die Bahn hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt. Mit etwas gutem Willen wäre sicher eine andere Regelung möglich gewesen. Wegen der Baustellen in Bielefeld müssen wir in Südwestfalen die Nachteile in Kauf nehmen.“ Änderungen seien jetzt aber nicht mehr möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare