Engere Zusammenarbeit

Waldbrandgefahr extrem hoch: Feuerwehren im MK kämpfen gemeinsam

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Die Bekämpfung von Waldbränden soll im Kreis verbessert werden.

Altena – Die Waldbrandgefahr im Kreis ist extrem hoch. Nun wollen die Feuerwehren im Märkischen Kreis noch enger zusammenarbeiten. Ein Thema, das verschlafen worden sei, sagt der Kreisbrandmeister.

Im Juli 2018 hatte ein Waldbrand am Wixberg 300 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem ganzen Kreis tagelang in Atem gehalten

Derzeit ist es wieder unglaublich heiß, die Temperaturen knacken fast die 40-Grad-Marke. Es herrscht die zweithöchste Waldbrandgefahr-Stufe. Die Böden sind extrem trocken, tagelang hat es nicht geregnet. „Wir sind wieder an dem Punkt angelangt, wo jeder Zigarettenstummel eine Gefahr darstellen kann“, sagt der Leiter der Altenaer Feuerwehr, Alexander Grass. 

Sein dringender Appell: nicht im Wald rauchen, keine Nachtwanderung mit Fackeln oder sonstiges offenes Feuer machen. Auch Glasscherben oder heiße Auspuffrohre von geparkten Fahrzeugen werden zur Gefahr. Grass wünscht sich, „dass die Leute bewusster durch die Natur gehen und lieber einmal zu viel die 112 wählen“. 

Weil aufmerksame Anwohner frühzeitig Alarm schlugen, konnte bereits ein Waldbrand Ende Juni in Evingsen bekämpft werden, bevor er Schlimmeres anrichten konnte. „Eine halbe Stunde später wäre der Einsatz für die Feuerwehr deutlich aufwändiger gewesen“, sagt Grass. 

Extreme Hitze ist ein Problem

Dass sich die Klimasituation ändert, hat auch der Märkische Kreis gemerkt. „Diese Problematik ist in den vergangenen 15 Jahren schlichtweg verschlafen worden und hat uns jetzt eingeholt“, kritisiert Kreisbrandmeister Michael Kling. Hier müsse nun dringend nachgesteuert werden. 

Aus diesem Grund hat sich ein „Waldbrandgremium“, das alle Feuerwehren im Kreis einschließt, gegründet, um neue Konzepte zu entwickeln. „Wir möchten schlagkräftiger werden und vor allem in den Bereichen Fahrzeugbeschaffung, Ausrüstung und Ausbildung stärker zusammenarbeiten“, erläutert Kling. Nicht jede Feuerwehr müsse mit allem für die Bekämpfung eines Waldbrandes ausgestattet sein. 

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Und nicht jede Feuerwehr solle nun in Aktionismus verfallen, warnt der Kreisbrandmeister. Die Gefahr: „Am Ende treffen wir uns dann bei einem Waldbrand und nichts passt zusammen.“ 

Zu einem ersten Runden Tisch trafen sich Vertreter aller Feuerwehren des Kreises am Montag, um über den Bedarf und notwendigen Anschaffungen zu diskutieren. Es war eine Art Kick-Off-Veranstaltung, regelmäßige Treffen sind geplant. 

Waldbrand-Einsätze werden häufiger

„Diverse Denkanstöße“ von Kollegen hat Stefan Brockhaus, stellvertretender Leiter der Feuerwehr in Altena mitgenommen, der als Vertreter der Retter in der Burgstadt teilnahm. Ein Beispiel: Die vom Durchmesser relativ kleinen D-Schläuche eignen sich gut, um Waldbrände in unwegsamen und steilem Gelände zu bekämpfen. „Die haben wir, könnten wir aber noch besser verpacken“, erläutert Brockhaus. Nämlich in handlichen Waldbrandrucksäcken.

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Zudem geht es darum, dass die Feuerwehren kreisweit möglichst einheitlich aufgestellt sind. „Denn es muss jedem klar sein, dass wir die akute Waldbrandsituation und -gefahr, wie wir sie aus dem Jahr 2018 kennen, regelmäßig haben werden“, prognostiziert Brockhaus. 

Kooperationen und gemeinsame Einsätze würden immer häufiger. Dafür müssen alle Retter auf demselben Stand sein. Sowohl bei der Ausrüstung als auch beim Training. Zumal „ein Waldbrand etwas ganz anderes ist als Wohnungsbrand“, sagt Altenas stellvertretende Feuerwehr-Leiter. „Einen Wohnungsbrand üben wir regelmäßig, den Waldbrand bisher nicht, das muss man trainieren.“ 

Darum sind bei der Ausbildung Veränderungen geplant. Im Herbst wird erstmals ein Workshop für Führungs- und Einsatzkräfte angeboten, der sich mit dem Thema Waldbrand beschäftigt. 

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