Ehefrau mit zahlreichen Messerstichen getötet

Doppelmord auf Straße: Hochzeitsgesellschaft rettet Baby aus Auto

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Das Baby wurde durch Mitglieder der Hochzeitsgesellschaft gerettet. (Symbolbild)

Iserlohn -  Mit der Vernehmung weiterer Zeugen vom Tatort am Iserlohner Bahnhof wurde am Freitag der Prozess gegen einen 44-jährigen Mann aus Bergisch Gladbach fortgesetzt, der seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und deren neuen Partner mit zahlreichen Messerstichen tötete.

Der Fall: Durch die Messerstiche eines 44-jährigen Mannes aus Bergisch Gladbach sind am 17. August 2019 am Stadtbahnhof in Iserlohn die getrennt lebende Ehefrau des Täters und ihr neuer Partner verblutetet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten zweifachen Mord „aus niederen Beweggründen“ vor.

Der 17. August 2019 war ein Samstag, und die Tat vor vielen Zeugen im zur Mittagszeit sehr belebten Bahnhof wirkt wie eine öffentliche Hinrichtung. Tatsächlich scheint dem Täter die Anwesenheit so vieler Menschen aber lediglich gleichgültig gewesen zu sein. Entsprechend groß ist die Zahl der unmittelbaren Tatzeugen, die vernommen werden müssen. „Im Blutrausch hat er immer wieder auf ihn eingestochen“, erinnert sich ein Zeuge an die Tötung des Nebenbuhlers. Eine Chance für die Rettung des Opfers sah er nicht mehr: „Ich habe nicht hingeschaut. Es war mir ein bisschen zu viel.“ Auch ein 21-jähriger Polizeianwärter berichtet, dass er zum ersten Mal eine solche Situation gesehen hatte: „Ich war etwas überfordert.“

Der Umgang mit den schrecklichen Bildern ist sehr unterschiedlich. Der eine Zeuge bittet darum, die Fotos vom Tatort nicht noch einmal anschauen zu müssen: „Ich fürchte, dass ich das nicht wieder aus dem Kopf bekomme. Ich würde mir das gerne ersparen.“ Die Vorsitzende Richterin kommt ihm mit Bildern vom Gebäude zur Bestimmung seines Standorts entgegen. Ein anderer Zeuge zögert hingegen nicht, zum Richtertisch zu gehen, um die Fotos zu sichten und seinen Beobachtungsstandort zu klären: „Ich hab’ da kein Problem mit. Ich war dabei.“

Eine weitere Zeugin passierte den Bahnhof in einem Bus, als die Fahrerin das Gemetzel erblickte. Die Zeugin stieg aus und handelte im Rahmen ihrer Möglichkeiten: Sie habe den Täter angeschrieen, er solle das Messer fallenlassen. Es sei genug. „Er sollte ablassen vom Opfer. Das war das Ziel, das ich erreichen wollte.“ Es war allerdings zu spät. Der Täter habe sein Opfer noch einmal begutachtet und gewusst: „Der steht nicht mehr auf“, vermutete die Zeugin. Dann habe sich der 44-Jährige von dem Getöteten wegbewegt und auf das Eintreffen der Polizei gewartet. Dass er noch Handyfotos vom Opfer gemacht haben soll, hatte die Zeugin nicht gesehen.

Vom einzigen Lichtblick in der Geschichte berichtet eine 24-jährige Polizistin, die nach ihrem Eintreffen auf eine ganze Gruppe von Personen stieß: „Eine Hochzeitsgesellschaft hat das Geschehen im Parkhaus mitbekommen und das Baby geborgen.“ Es war das zwei Monate alte Kind der beiden Getöteten, das noch in deren Auto lag. Ein Zeuge aus dieser Gruppe erinnert sich daran, dass das Baby auf seinem Arm eingeschlafen sei.

Der Prozess wird am Donnerstag, 26. Februar, ab 9.30 Uhr im Landgericht fortgesetzt.

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