Lehrer und Kita-Personal eher dran

Vorzeitige Impfungen für Lehrer: Polizei-Gewerkschafter übt harsche Kritik

Nach den Impfterminen in den Seniorenheimen wird es bis auf Weiteres keine weiteren geben. Bewohner, die nun ins Heim ziehen, sind auf eine Fahrt ins Impfzentrum angewiesen oder müssen warten, bis es einen Impfstoff gibt, der ihnen vom Hausarzt gespritzt werden kann.
+
Grundschul-Lehrer und Kita-Personal könne sich vorzeitig impfen lassen. Das kritisiert die Gewerkschaft der Polizei.

Harsche Kritik übt der Chef der Gewerkschaft der Polizei im MK an der vorzeitigen Impf-Möglichkeit für Erzieher und Grundschullehrer.

„Mindestens erschreckt, eher aber entsetzt.“ So beschreibt Michael Kaufhold die Reaktionen der Polizisten im Märkischen Kreis auf die Ankündigung von NRWs Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), dass sich Kita-Personal sowie Grund- und Förderschul-Lehrer ab März vorzeitig impfen lassen können.

Der Kreisgruppenvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im MK sagt, die Beamten seien vor allem aber überrascht gewesen von diesem Vorstoß. „Wir hatten eher damit gerechnet und gehofft, dass wir eine Gruppe hochrutschen und nicht andere Gruppen vorgezogen werden“, sagt Kaufhold. Nach der Ankündigung Laumanns sei das Thema innerhalb der Polizei „schon hochgebrodelt“.

Hoffnung auf frühere Impfung enttäuscht

Ein Großteil der Einsatzkräfte gehört zur Impfgruppe 3, ein sehr kleiner Teil zur Gruppe 2. Und zwar jene Polizisten, die auch bei Demonstrationen im Einsatz sind. Auch diese Gruppeneinteilung findet der Gewerkschafter „unverständlich“. Schließlich könnten sich diese Kollegen durch Helme, Mund-Nasen-Bedeckung und Schutzschild deutlich besser vor einer Corona-Infektion schützen als die Beamten im Streifendienst. „Sie müssen im Dienst weiterhin in geschlossene Räume und Wohnungen, haben direkten Kontakt und können sich bei weitem nicht so gut schützen.“

Michael Kaufhold (3.v.r.) leitet die Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei - und ärgert sich über die vorzeitige Impfmöglichkeit für Lehrer und Erzieher.

Genau deshalb hätte er sich gewünscht – und auch ein Stück weit damit gerechnet –, dass es die Polizisten sind, die nun vorzeitig geimpft werden. „Derzeit ist die Corona-Lage zwar halbwegs entspannt. Sollte aber eine dritte Welle kommen, könnte man im schlimmsten Fall Schulen und Kitas wieder schließen. Polizisten sind und bleiben immer im Dienst.“ Unterstützung erhalten die Polizisten nun von Innenminister Horst Seehofer.

Dass Abstandhalten in Kitas schwierig ist und Erzieher den Kindern sehr nahe kommen, ist Kaufhold bewusst. Darum kann der Gewerkschafter eine vorzeitige Impfung dieses Betreuungspersonals noch ein wenig besser nachvollziehen als die vorzeitigen Impfungen für Lehrer. „In der Grundschule kann man schon Abstand halten, denke ich.“ Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare