Verhängnisvolle Überweisungen nach Burkina Faso

Virtueller Liebesbetrüger ergaunert von Plettenbergerin sechsstellige Summe

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Plettenberg - Es ist einfach nur tragisch: Wieder ist eine Person aus dem Märkischen Kreis auf einen virtuellen Liebesbetrüger ("Romance Scammer") hereingefallen. Diesmal überwies eine Frau aus Plettenberg mehrfach Geld ins Ausland - alles in allem war's laut Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis "eine höhere sechsstellige Summe". Erst jetzt erstattete sie Anzeige.

Sie habe sich in eine Facebook-Bekanntschaft verliebt und dem angeblichen Handelsvertreter in Burkina Faso das Geld überwiesen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Polizei.

Die hatte immer wieder auf die Betrugsmasche hingewiesen, bei der die Täter derart überzeugend mit den Gefühlen ihrer Opfer spielen, dass die jede Vorsicht ablegen und ihr Vermögen verlieren.

Unsere Redaktion hat in der jüngeren Vergangenheit diese insgesamt sechs Fälle veröffentlicht:

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Das Unheil im aktuellen Fall habe sich bereits im April vergangenen Jahres angebahnt. "Die Zeitspanne zeigt, dass die 'Romance Scammer' einen langen Atem haben können", so die Polizei.

Der Mann habe behauptet, aus Frankreich zu stammen, jedoch in Burkina Faso zu arbeiten. "Der Kontakt intensivierte sich. Es kam zu Kontakten über alle möglichen modernen Kommunikationswege - aber zu keinem persönlichen Kontakt", schreiben die Ermittler.

Und wie immer: Der persönliche Besuch in Deutschland kam nicht zustande. 

Dazu die Polizei: "Der weitere Ablauf ähnelt frappierend den üblichen Vorgehensweisen der Betrüger: Die 'Romance Scammer' geraten plötzlich in eine finanzielle Notlage. 

In diesem Fall berichtete der neue Liebhaber, er werde vom Zoll festgehalten. Die hilfsbereite Plettenbergerin transferierte mehrmals Geld ins Ausland. Erst in dieser Woche erstattete die Frau nun Anzeige."

So gehen die "Romance Scammer" vor

  • Die vermeinten Liebespartner leben meist auf einem anderen Kontinent.
  • Auf Fotos präsentieren sich weibliche Scammer oft sehr freizügig.
  • Männliche Scammer geben sich immer wieder als Soldaten, Geschäftsmann oder Ingenieur aus. Sie nutzen soziale Netzwerke oder Online-Partnerbörsen und verwenden gerne ungewöhnliche Lebensläufe.
  • Ist ihnen ein Opfer auf den Leim gegangen, wird es Komplimente überhäuft und mit Charme eingewickelt.
  • Nach dem anfänglichen Flirt kommen schon nach wenigen Tagen innigste Liebesbezeugungen. 
  • Manchmal kommt auch ein Kontakt per Skype oder Telefon zustande. 
  • Das dicke Ende lässt meist nicht lange auf sich warten: Kurz vor einem vereinbarten Treffen in der "echten Welt" gerät der vermeintliche Lover urplötzlich in Geldnot. Oder er ist auf Urlaubsreise oder im Militäreinsatz in Afghanistan und kann daheim die Operation der Tochter nicht bezahlen. Deshalb bittet er die neue Internet-Bekanntschaft um einen Geldtransfer. 
  • Immer wieder lassen sich Opfer darauf ein und überweisen sogar mehrmals Geld ins Ausland. Dann bricht der Kontakt abrupt ab. Das Handy ist abgeschaltet, E-Mails gehen ins Leere.

Hier finden Sie weitere aktenkundige Fälle aus ganz Deutschland

Diese Hinwese gibt die Polizei

  • Die Polizei rät zur Vorsicht, wenn Internet-Bekanntschaften binnen Tagen von "Liebe" und "Heirat" sprechen.
  • Telefonate oder Skype-Kontakte mit Bild bieten keine Gewähr, dass das Gegenüber "echt" ist.
  • Die Betrüger verwenden gerne Prepaidhandys, die eine Rückverfolgung fast unmöglich machen.
  • Oft machen sich die Betrüger nicht einmal die Mühe, Pseudo-Namen oder Foto zu variieren. Wenn sich das Foto der Angebeteten im Internet auf Foto-Sammlungen findet, dürfte es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Betrüger handeln.
  • Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt hat, kein Geld überweisen.
  • Im Internet tummeln sich viele Betrüger, die ihr Geld mit der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen verdienen.
  • Seien Sie also immer misstrauisch!

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