"Romance Scamming"

Viertes Opfer virtueller "Liebe" im Kreis: Frau (52) verliert hohe Summe

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Märkischer Kreis - Unsere Redaktion schrieb am 28. Februar über den dritten Fall von "Romance Scamming" im Märkischen Kreis: "Bleibt zu hoffen, dass es keine weiteren Fälle mehr geben wird. Die Erfahrung indes lehrt das Gegenteil..." Keine zwei Wochen später ist klar: Unsere Befürchtung hat sich bewahrheitet. Die Polizei machte am Mittwochnachmittag nämlich einen weiteren Fall öffentlich. Wieder floss viel Geld ins Nirgendwo.

Wie die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis mitteilte, kam das Opfer diesmal wieder aus Iserlohn. Eine 52-jährige Frau überwies demnach "mehrmals hohe Summen ins Ausland, um einem vermeintlichen Partner aus der Patsche zu helfen. Inzwischen begriff sie ihren Fehler und erstattete am Montag Anzeige."

Die Schadenshöhe wurde von der Polizei nicht näher benannt - warum auch: Die Vorwürfe, die sich die Iserlohnerin seither macht, sind schon Strafe genug...

Sie ist das vierte Opfer der virtuellen Betrugsmasche im Märkischen Kreis, sofern es keine hohe Dunkelziffer gibt. Im November 2018 war ein Mann aus Kierspe ausgenommen worden, im Januar 2019 auch schon eine Frau aus Iserlohn und dann im Februar eine eine Frau aus Lüdenscheid.

Von Instagram schnell zu WhatsApp

Als "Kontaktbörse" habe diesmal zunächst das soziale Netzwerk Instagram gedient. "Schnell wechselte der Kontakt zum Messenger-Dienst WhatsApp. Die Botschaften gingen hin und her. Der Unbekannte flirtete munter drauf los und wickelte die Iserlohnerin bald um den kleinen Finger", so die Ermittler.

Und weiter: "Er bewegte sie mit immer neuen Geschichten, Geld zu transferieren: Entweder der Vater war krank und er brauchte dringend Geld für die lebensrettende Operation. Oder er selbst wurde ausgeraubt oder hatte sein Handy verloren. Einmal löste die Iserlohnerin im Auftrag des Fremden einen zugeschickten Scheck ein. Alle paar Tage gab er der Verführten eine neue Telefonnummer."

Am Ende waren Geld und die vermeintliche Liebe weg...

Einfach mal den Namen googeln

"Moderne Heiratsschwindler brauchen ihre Opfer nicht zu küssen. Neudeutsch nennt man sie heute 'Romance-Scammer' (romantische Betrüger). Die richtigen Worte, vielleicht auch im Chat oder per Skype, reichen: Nach wenigen Tagen oder Wochen ist das Opfer um den Finger gewickelt.

Manchmal hilft es bereits, den Namen des Auserkorenen zu googeln" - insbesondere bei Kontakten ins Ausland: Oft machen sich die 'Romance-Scammer' nicht einmal die Mühe, ihren Namen zu variieren. 

Leicht bekleidet oder in Uniform

Allein ein geschliffenes Deutsch bietet noch keine Gewähr, nicht an einen Betrüger zu geraten. Weibliche Scammer verschicken schnell Fotos, in denen sie leicht bekleidet sind. Männliche Scammer verwenden häufiger Fotos in Uniform. 

Schnell sprechen sie vom Heiraten. Spätestens, wenn der virtuelle Fremde plötzlich Geld braucht, sollten alle Alarmglocken schrillen. Dann sollte man alle Kontakte sofort abbrechen, Chat-Verläufe oder E-Mail-Verkehr sichern und Anzeige erstatten", rät die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis.

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