Dritter Fall im Märkischen Kreis seit November 2018

Viel Geld verloren: Lüdenscheiderin fällt auf Liebesbetrüger im Netz herein

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Symbolbild

Märkischer Kreis - Im November 2018 ein Mann aus Kierspe, im Januar 2019 eine Frau aus Iserlohn, jetzt aktuell wieder eine Frau - und zwar aus Lüdenscheid: Die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis muss sich mit dem dritten Fall von "Romance Scamming" - auch "Love Scamming" genannt - binnen vier Monaten befassen. Das sind zumindest die, die zur Anzeige gebracht worden sind.

Details zum Vorgehen des Liebesbetrügers aus dem Internet nennen die Ermittler ebenso wenig wie Einzelheiten zum Opfer, um es nicht identifizierbar zu machen und zu schützen. 

Fakt aber ist: Die Frau "im fortgeschrittenen Alter" verlor viel Geld an einen vermeintlichen Briten auf USA-Reise, dessen Sohn plötzlich krank wurde. Drei Mal überwies sie ihm vor rund zwei Wochen Beträge per Western Union - erst danach dämmerte ihr, dass sie auf einen Gauner hereingefallen sein könnte und erstattete Anzeige.

Diesen dritten konkreten Fall nimmt die Polizei deshalb noch einmal zum Anlass, davor zu warnen, an Unbekannte im Ausland Geld zu transferieren.

"Einige Mails voller rosaroter Vokabeln"

Bei der Lüdenscheiderin habe es gefunkt, nachdem sie sich auf einem Online-Dating-Portal angemeldet habe. "Nach einigen Mails voller rosaroter Vokabeln verliert der Lover auf einer USA-Reise angeblich alle seine Papiere und Geld. Ausgerechnet dann muss der Sohn ins Krankenhaus. 

Die Märkerin springt generös ein, überweist Mitte Februar per Western Union dreimal Geld in die USA. Erst später kommt ihr der Gedanke, dass sie einem Betrüger aufgesessen sein könnte. Sie erstattet Anzeige bei der Polizei", schreiben die Ermittler.

Die Polizei schreibt zur Masche, die leider immer wieder funktioniert:

Einfach mal den Namen googeln

"Moderne Heiratsschwindler brauchen ihre Opfer nicht zu küssen. Neudeutsch nennt man sie heute 'Romance-Scammer' (romantische Betrüger). Die richtigen Worte, vielleicht auch im Chat oder per Skype, reichen: Nach wenigen Tagen oder Wochen ist das Opfer um den Finger gewickelt.

Manchmal hilft es bereits, den Namen des Auserkorenen zu googeln" - insbesondere bei Kontakten ins Ausland: Oft machen sich die 'Romance-Scammer' nicht einmal die Mühe, ihren Namen zu variieren. 

Leicht bekleidet oder in Uniform

Allein ein geschliffenes Deutsch bietet noch keine Gewähr, nicht an einen Betrüger zu geraten. Weibliche Scammer verschicken schnell Fotos, in denen sie leicht bekleidet sind. Männliche Scammer verwenden häufiger Fotos in Uniform. 

Schnell sprechen sie vom Heiraten. Spätestens, wenn der virtuelle Fremde plötzlich Geld braucht, sollten alle Alarmglocken schrillen. Dann sollte man alle Kontakte sofort abbrechen, Chat-Verläufe oder E-Mail-Verkehr sichern und Anzeige erstatten", rät die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis.

Bleibt zu hoffen, dass es keine weiteren Fälle mehr im Märkischen Kreis geben wird. Die Erfahrung indes lehrt das Gegenteil...

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- "Scamming"-Opfer: Frau überweist tausende Euro in die USA

Teurer Flirt: Online-Kontakt kommt Kiersper teuer zu stehen

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