Video-Beweise in voller Fahrt

MÄRKISCHER KREIS ▪ Die beiden mit Videokameras ausgestatteten Motorräder, mit denen die Polizei im Märkischen Kreis Beweise gegen Verkehrssünder sichert, bleiben im Einsatz – wenn auch mit einem etwas schmaleren Aufgabenkatalog als zuvor.

Die Kontrolle von Rasern werde nur noch in Ausnahmefällen mit den je 110 PS starken BMW-Maschinen möglich sein, erklärt Dieter Bruder, Leiter des Verkehrsdienstes der Kreispolizeibehörde. Allerdings werde die Polizei die Motorräder weiter dazu nutzen, um rücksichtslose Verkehrsteilnehmer wegen „Überholverbot-Missachtungen, gefährlichem Überholens in Kurven und so weiter“ zu überführen.

Bruder bestätigt Pressemeldungen, dass die Geschwindigkeitsmessung mit den Privida-Motorrädern (Provida steht für Proof Video Data System – Videoüberprüfungssystem) aufgrund von Bedenken der Eichämter nur auf geraden Strecken zulässig ist. Deshalb würden in Bayern auch Video-Motorräder stillgelegt. Gerade Strecken seien im Kreis natürlich selten. Doch riskante Überholmanöver und anderes „sozialschädliches Verkehrsverhalten“, wie es der Erste Polizeihauptkommissar Bruder bezeichnet, lasse sich mit den Video-Motorrädern eben auch nachweisen – und werde in der beginnenden Motorradsaison verfolgt werden.

Hohe Anzahl von Toten und Verletzten durch Motorradunfälle

„Wir haben im Märkischen Kreis eine sehr hohe Anzahl von Toten und Verletzten durch Motorradunfälle“, begründet Bruder, warum das Land Nordrhein-Westfalen zwei der umgebauten Motorräder an die Kreispolizeibehörde abstellte. „20 000 Motorräder sind im Kreis zugelassen, und die Mehrheit der Motorradfahrer sind gemütliche Genussfahrer.“ Nur eine „kleine, elitäre Clique“ bringe bei der illegalen Suche nach Grenzerfahrungen sich und andere in große Gefahr.

Um sie zu verfolgen, seien die Maschinen mit Videokameras, deren Bilder auf Aufnahmemedien in den Seitenkoffern gespeichert und dort auch auf einem Bildschirm abgespielt werden können, das ideale Mittel. Also werden die beiden zivilen BMW R 1200 RT, deren Fahrer besonders ausgebildet und regelmäßig trainiert werden, auch wieder eingesetzt – zum Beispiel auf den Bundesstraßen 236 und 229 und verschiedenen Landstraßen.

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