Reiseziele ins benachbarte Ausland

Urlaubsfreude mit einem Aber: Märker wollen nicht weit weg

Flughafen Paderborn-Lippstadt
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Ab in den Flieger? Jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Urlaubsfrage – in Zeiten der Pandemie allerdings unter besonderen Voraussetzungen.

Derzeit riecht es im Corona-gebeutelten Deutschland nach Erholung, Sonne, Strand und Meer, denn der Sommerurlaub, selbst im Ausland, rückt dank stetig sinkender Inzidenzwerte wieder in greifbare Nähe. Fragt man Lüdenscheider Bürger nach ihrer Meinung zu diesem Thema, überwiegt zwar die Freude, doch auch verhalten kritische Töne klingen bisweilen an.

Lüdenscheid – Die Redaktion hat die Meinungen einiger Bergstädtern abgefragt. Viele von ihnen lassen sich die Vorfreude auf ihren Urlaub nicht nehmen, wollen ihre Erholung jedoch in erster Linie im Inland oder im benachbarten Ausland suchen. Auf weitere Reisen wird dagegen weitgehend verzichtet.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Märker wollen nicht weit weg: Keine Flüge im „vollgeprfoften“ Flieger

Gudrun Benkhofer, HNO-Ärztin: Ich freue mich auf meinen Sommerurlaub. Da ich noch nie eine begeisterte Fernreisende gewesen bin, kann ich mir zur Zeit einen Flug in einem vollgepfropften Flieger nicht vorstellen. Wir werden sicherlich Tagesausflüge und Kurztrips machen und ansonsten die Zeit im Garten und bei unseren Hühnern verbringen, wobei ich mich im Urlaub weigern werde, mit diesen aufzustehen. Ich hoffe, dass allgemein nicht alle Vorsicht über Bord geworfen wird, damit die Rückkehr zur Normalität im Herbst gelingt.

Thomas Wewers, Leiter Kulturwerkstatt Alte Schule: Eigentlich hatte ich den Sommerurlaub schon abgehakt, aber jetzt planen wir ganz vorsichtig für August. Gardasee, einsam gelegen, immer mit Blick auf die Inzidenzwerte, schwankend zwischen Vorfreude und Bauchschmerzen. Wir werden sehen, was dann am Ende möglich ist.

Markus Scheidtweiler, Vorsitzender des Kulturvereins Kalle und Organisator der Veranstaltungsreihe Kalle Folk Pack: Egal, wohin eine Reise in den Sommerferien geht, am zweiten Augustwochenende bin ich seit 35 Jahren nirgendwo anders als beim Cropredy-Festival im englischen Oxfordshire, ein Festival der Folk- und Rockmusik, das von der britischen Band Fairport Convention organisiert wird. Ob das Open-Air-Festival nach der Absage im letzten Jahr in diesem Sommer wieder stattfinden wird, ist noch nicht sicher – ob eine Anreise aus Lüdenscheid möglich sein wird, schon gar nicht. Schön wär’s. Aber Corona und der Brexit sind leider keine Musikfans.

Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister: Meine Familie und ich freuen uns sehr auf einen möglichen Sommerurlaub. Wieder reisen zu können, ist für uns ein wichtiger Baustein bei der langsamen Rückkehr in die Normalität. Wenn es möglich ist, dann geht es für uns in die Niederlande, nach Egmond aan Zee. Mit den Niederlanden verbindet uns als Familie vieles, und der Ort ist für mich persönlich auch mit vielen Kindheitserinnerungen verbunden. Kurzum: Wir sind voller Vorfreude und dankbar, dass das alles – wenn auch sicher noch mit Einschränkungen - diesen Sommer wohl wieder möglich sein wird.

Sven Prillwitz, Frontmann der Punkband Graupause: Ich kriege ein- bis zweimal im Jahr wirklich große Sehnsucht nach dem Meer und nach Holland. Daher hoffe ich sehr, dass Urlaubsreisen im Sommer möglich sein werden. Klar ist für mich aber, dass es angesichts der anhaltenden Pandemie auch im Urlaub Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme braucht. Dann klappt´s hoffentlich auch bald wieder mit Konzerten, die mir als Musiker natürlich noch mehr fehlen als der Urlaub.

Märker wollen nicht weit weg: Freude auf die Sommerferien

Burkhard Waimann, Apotheker: Ich freue mich auf die Sommerferien, wir werden mit der Familie in Deutschland bleiben und wandern gehen. In einer Ferienwohnung mit Selbstverpflegung, unabhängig von Hotels und Flugreisen, habe ich keine Bedenken. Hier in Deutschland fallen die Coronazahlen, Abstand halten und Maske tragen wird uns noch eine Weile begleiten. Testen und Impfen ermöglicht wieder, gemeinsame Aktivitäten mit Freunden zu planen. Ich kann es darüber hinaus kaum erwarten, wieder schwimmen zu gehen.

Jürgen Wigginghaus, Gastronom Nanni’s Kirchhahn: Nanni und ich fahren im Juli nicht in den Urlaub. Keine Zeit. Dass jetzt wieder Tourismus in größerem Umfang möglich ist, ist für mich ein heikles Thema, obwohl ich mich selbstverständlich für die Tourismusbranche freue, dass sie wieder Umsatz machen kann. Die Zahlen sind trügerisch. Und das Ergebnis der Lockerungen beim Tourismus könnte eben sein, dass im Herbst der Einzelhandel und die Gastronomie wieder schließen müssen, die Industrie aber erneut so weiter machen darf wie bisher und somit wieder mit zweierlei Maß gemessen wird. Es ist und bleibt ein Risiko, wenn die Urlauber aus Ländern wieder zurückkommen, in denen die Inzidenzen nicht so positiv sind wie derzeit bei uns. Das macht mir schon ein bisschen Angst.

Yves Thomé, Graffiti-Künstler: Ob ich in den Urlaub fahre? Ja, wie jedes Jahr an meine geliebte Ostsee. Gebucht habe ich allerdings schon im Januar, natürlich in dem Glauben und mit der Hoffnung, dass das auch klappt. Ich kann auch jeden verstehen, der nach den anstrengenden Monaten einfach mal abschalten möchte. Wobei ich allerdings bei Auslandsreisen hoffe, dass sich alle an die AHA-Regeln halten und nicht unvorsichtig werden. Dann sollte das auch für jeden erholsam werden, ganz ohne unerwünschte Nachwirkungen.

Dominik Hass, Bergstadtbrüder: Ich freue mich auf die Sommerferien und den anstehenden Urlaub in Spanien. Wir genießen in einem Europa ohne Grenzen und voller Reisefreiheit wichtige Privilegien, auf die wir eine Zeit lang verzichten mussten. Ich glaube aber, dass Reisen auch während der Pandemie verantwortungsbewusst möglich ist. Mit Testungen oder eben mit einem Impfschutz. Viele europäische Länder sind auf Touristen angewiesen – auch deshalb finde ich es wichtig, dass der Tourismus wieder anläuft. Die Pandemie zeigt aber auch, dass Reisen verantwortungsbewusst ganz ohne Massentourismus funktionieren kann.

Maidi Langebartels, Chorleiterin: Eigentlich – so oft wie in der Coronazeit habe ich dieses Wort noch nie benutzt – wollten mein Mann und ich dieses Jahr im September in Portugal Urlaub machen – drei Tage Lissabon und dann eine Rundfahrt mit Mietwagen. Doch das ist uns alles noch zu unsicher. Wir brauchen aber einen Tapetenwechsel, so schön es hier auch ist. Deshalb werden wir Ende Juni, Anfang Juli Richtung Müritz fahren, falls wir dort noch eine Ferienwohnung finden, denn diese Idee haben ja viele. Aber wir sind flexibel, irgendwas wird und muss noch möglich sein.

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