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Unwetter im MK: Lage eskalierte blitzschnell - Feuerwehr war selbst betroffen

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Von: Hannah Decke

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Feuerwehr Einsatz Wasser Unwetter vollgelaufener Keller
Die Feuerwehr war am Montag im Dauereinsatz. (Symbolbild) © Daniel Schröder

Das Unwetter mit Starkregen, das am Montag vor allem Menden traf, macht einmal mehr deutlich, wie schnell die Lage eskalieren kann. Eine Chronologie.

Menden - Die Lage spitzte sich schnell zu, teilte die Feuerwehr Menden mit. Am Montag rauschte ein Unwetter mit Gewitter und Starkregen über NRW. In Essen wurde ein Mann vom Blitz getroffen - und im Märkischen Kreis kämpfte eine Stadt gegen die Wassermassen.

Gewiss war es kein Vergleich zu den Ausmaßen der Flutkatastrophe im Juli 2021. Trotzdem standen in der Kreisleitstelle die Telefone nicht mehr still - und das nur 15 Minuten nach Beginn des Unwetters. Stadtalarm wurde ausgelöst. „Schlussendlich arbeiteten die 250 Einsatzkräfte aus mehreren Städten über 140 Einsätze ab“, so die Feuerwehr. Die Chronologie:

Unwetter im MK: Lage eskalierte blitzschnell -Chronologie der Geschehnisse

„Die aufgeführte Chronologie zeigt deutlich, in welch kurzer Zeit sich die Lage am Montagnachmittag in der Hönnestadt zuspitzte“, heißt es seitens der Feuerwehr. Die Einsatzzahl vervielfachte sich im Laufe des Abends, der letzte Einsatz war gegen 1.30 Uhr. Größtenteils habe es sich um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen gehandelt. Nach Erkenntnissen der Feuerwehr sei aber niemand zu Schaden gekommen.

Unwetter im MK: Auch Feuerwehr betroffen - „Infrastruktur drohte überschwemmt zu werden“

Aber auch Retter selbst waren von dem Starkregen betroffen gewesen. „Noch vor der ersten Alarmierung stellen die Kollegen der Feuerwache fest, dass es im eigenen Keller zu einem Wassereinbruch gekommen war“, so die Feuerwehr. Kurze Zeit später wurden die Kameraden alarmiert - also packte der Rettungsdienst mit an. Mit Sandsäcken und Pumpen versuchten sie, die Wassermassen in den Griff zu bekommen, denn der Serverraum und damit die eigene Infrastruktur drohte überschwemmt zu werden.

Per WhatsApp wurden dienstfreie Einsatzkräfte „alarmiert“, um die durchnässten Kollegen auf den Rettungswagen abzulösen. Das blieb nicht ohne Folgen, laut Feuerwehr kam es immer wieder zu leichten Problemen in der Feuer- und Rettungswache. „Wir hatten die Befürchtung, dass die IT-Infrastruktur zusammenbricht“, erklärt Einsatzleiter Christian Boike. „Als Redundanz ließen wir daher den Einsatzleitwagen des Märkischen Kreises kommen.“

Einsatzleitwagen des Märkischen Kreises beim Unwetter in Menden.
Der Einsatzleitwagen des Märkischen Kreises wurde nach Menden alarmiert. © Feuerwehr Menden

Die Kreisleitstelle und die Einsatzleitung Menden waren im „Unwetter-Modus“. Das bedeutet: Die Einsätze werden an der Kreisleitstelle nur noch angenommen und in die Einsatzzentrale der Feuerwehr Menden übermittelt. Hier heißt es dann: Priorisierung, Disposition und Weitergabe an die Einheiten.

Unwetter im MK: Hilfe aus Hemer, Iserlohn, Plettenberg und Lüdenscheid

„Da schon früh klar war, dass die Mendener Einsatzkräfte diese Lage nicht selbstständig bewältigen können und die Nachbarstädte nicht vom Starkregen betroffen waren, konnte auf überörtliche Unterstützung aus den benachbarten Gemeinden gesetzt werden“, so die Feuerwehr weiter.

Unwetter in Menden: 250 Einsatzkräfte vor Ort.
250 Einsatzkräfte waren an dem Tag in Menden, um den Bürgern zu helfen. © Feuerwehr Menden

Und so unterstützten die Feuerwehren Hemer, Iserlohn, Plettenberg und Lüdenscheid mit jeweils einem Löschzug. Das Deutsche Rote Kreuz aus Iserlohn bereitete eine Verpflegung für die rund 250 Einsatzkräfte vor.

„Mein Dank gilt den eigenen Kräften, den überörtlichen Einheiten unserer Feuerwehren und Hilfsorganisationen des Märkischen Kreises, der Kreisleitstelle sowie den beteiligten Behörden“, sagt Einsatzleiter Christian Boike am Abend, als er eine kurze Ansprache vor den Einheiten hält. „Ohne diese Teamleistung hätten wir den Mendener Bürgern nicht in der kurzen Zeit helfen können.“

In Nordrhein-Westfalen drohen am Donnerstag und Freitag (19./20. Mai) erneut schwere Unwetter mit Starkregen. Es herrscht auch Tornadogefahr.

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