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Unwetter im Kreis Unna: Einsatzkräfte aus MK kämpfen gegen die Wassermassen

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Von: Jan Schmitz, Sarah Reichelt

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Katastrophenhilfe im Nachbarkreis: Das THW Halver wurde zur Sicherung eines Damms an einem höhergelegenen Teich eingesetzt.
Katastrophenhilfe im Nachbarkreis: Das THW Halver wurde zur Sicherung eines Damms an einem höhergelegenen Teich eingesetzt. © Privat THW Halver

Märkischer Kreis – Nach heftigen Unwettern mit Starkregen kämpften die Menschen in der Stadt Fröndenberg ab Sonntagabend mit enormen Wassermassen. Das Wasser und Matsch standen hüfthoch in den Straßen, Autos wurden weggespült, der Damm an einem höhergelegenen Angelteich drohte zu bersten.

Am Sonntagmittag bat der Kreis Unna die umliegenden Feuerwehren um Hilfe. Insgesamt 60 Feuerwehrleute der Feuerwehren aus Menden, Halver und Iserlohn waren zwischen Sonntagnachmittag und Montag, 17 Uhr, im Einsatz, wie der Märkische Kreis am Dienstag auf Anfrage bestätigte.

Die zunächst angeforderte Feuerwehr Menden musste allerdings erst mehrere Unwetter-Einsätze auf Mendener Stadtgebiet – unter anderem vollgelaufene Keller und überflutete Straßen – abarbeiten, bevor sie sich auf den Weg über die Kreisgrenze machte. Dort stellten zunächst 22 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen den sogenannten Grundschutz sicher. Das bedeutet, dass die Feuerwehr aus dem Nachbarkreis in Fröndenberg zu immer neuen Einsätzen geschickt wurde, während die Fröndenberger sich um den Katastrophenschutz vor Ort kümmerten.

Mit Tauchpumpen pumpten die Mendener Feuerwehrleute im Akkord vollgelaufene Keller in Fröndenberg leer. Auch die Feuerwehr Iserlohn war mit 13 Personen vor Ort. Ab Montag übernahmen dann 25 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr Halver, die nach Angaben von Kreisbrandmeister Michael Kling aus „einsatztaktischen“ Gründen nach Fröndenberg beordert wurden. Kling koordinierte die überörtliche Hilfe aus dem Märkischen Kreis,

Mit fünf Fahrzeugen aus allen Löschzügen rückten die Halveraner Ehrenamtlichen gegen 7 Uhr an und kümmerten sich um verschiedene Unwetterfolgen, wie Feuerwehr-Pressesprecher Michael Keil auf Nachfrage mitteilt. Sie pumpten sieben Keller aus und entfernten Wasser aus zwei Kanalschächten. Keller und Schächte wurden anschließend trocken gehalten. Außerdem gab es einen Einsatz an einem Durchlassgraben, der unter einer Straße herführt. Dieser wurde gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW gespült und gesichert. „Die Bevölkerung war sehr dankbar“, berichtet Keil. Die Einsatzkräfte wurden von Anwohnern mit Kaffee und Kuchen versorgt. Gegen 17 Uhr traten die Wehrleute die Rückkehr nach Halver an.

Insgesamt 24 Einsätze übernahmen die Kräfte aus dem Märkischen Kreis in Fröndenberg, wie Kreissprecher Alexander Bange betonte. Darunter war auch ein Dachstuhlbrand nach einem Blitzeinschlag. Hier blieb es bei Sachschaden. Personen wurden nicht verletzt.

In Fröndenberg im Einsatz war auch das THW Halver. Einsatzort war der stark aufgeweichte und beschädigte Damm eines großen Teichs. Diese Gewässer haben „normalerweise nur wenig Zulauf“, wie THW-Zugführer Matthias Oelke erklärt. Durch die enormen Regenmassen war das am Montag aber anders: Es gab die Sorge, dass der Damm den Wassermassen nicht mehr standhalten kann. Daher kamen zunächst Sandsäcke zum Einsatz. Die zwölf Einsatzkräfte aus Halver brachten ihre 5000-Liter-Großpumpe in Stellung und konnten so den Damm des Teichs halten.

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