Aufsichtsrat hat getagt

Unmut über Enervie-Vorstand Ivo Grünhagen wächst

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Hagen/Märkischer Kreis - Am „Platz der Impulse“, so die Adresse der neuen Enervie-Zentrale in Hagen, wird weiter nach Wegen gesucht, um für den regionalen Energiedienstleister realistische Perspektiven zu entwickeln.

Der Aufsichtsrat hält es nach seiner Sitzung am Montag für überlegenswert, den Kraftwerkspark auch über das Jahresende hinaus zu betreiben.

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So wird untersucht, ob Werdohl-Elverlingsen auch über Dezember hinaus noch betrieben werden kann und welche Chancen sich für das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) in Herdecke in drei bis vier Jahren ergeben.

Das bisherige Szenario: Durch die technische Lösung für die Strom-Insel im Märkischen Kreis und in der Stadt Hagen werden die Kraftwerke in Hagen, Werdohl und Herdecke nicht mehr zur Sicherstellung der Stromversorgung und Netzstabilität gebraucht.

Nach dem bekannten Zeitfahrplan kann der Neubau der Netzkapazitäten noch in diesem Jahr erfolgen. Ein kompletter Wegfall der Anlagen würde rund 330 Arbeitsplätze bedrohen. Verbunden mit den Überlegungen für die Kraftwerke sei auch die Höhe der Sozialplankosten für 2015 noch offen.

Die finanzielle Problemlage von Enervie wird aktuell noch verschärft, weil die Bundesnetzagentur den Härteantrag des Unternehmens nicht genehmigen will. Damit wollte Enervie erreichen, dass die Betriebskosten für den Zwangseinsatz der Kraftwerke bis zur technischen Lösung im Dezember über höhere Netzentgelte kompensiert werden. Dabei geht es um einen Betrag von 30 bis 60 Millionen Euro.

Grünhagen stimmt Verzicht auf flexible Gehaltsanteile nicht zu

In der Politik wird die Rolle von Enervie-Vorstandssprecher Ivo Grünhagen zunehmend kritischer gesehen. Im Gegensatz zu seinen Kollegen Wolfgang Struwe (Vertrieb) und Erik Höhne (Technik), die einem Verzicht auf flexible Gehaltsanteile spontan zugestimmt hatten, gab es von Grünhagen keine Zusage.

Dabei stehen Beträge von jeweils rund 50.000 Euro pro jahr im Raum. Es müsse nach außen das klare Signal geben, dass der Vorstand in dieser Situation ebenfalls seinen Beitrag leiste.

„Wir können nicht von der Belegschaft Einschränkungen und Verzicht verlangen, aber den Vorstand von allen Sparbemühungen ausnehmen. Diese Bereitschaft zur Solidarität haben wir bei Herrn Grünhagen vermisst“, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Diese Haltung erhöhe den Berg an Problemen nur unnötig. - be

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