Marion Hesse und Sohn Tim verbrannten am 27. Januar 1989 im Auto

Nach 30 Jahren: Ungeklärter Doppelmord aus Menden bei "Aktenzeichen XY"

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[Update 9.03 Uhr] Menden/Hagen - Am 27. Januar jährt sich der ungeklärte Mendener Doppelmord an Marion Hesse und ihrem Sohn Tim (2) aus dem Jahr 1989 zum 30. Mal - für die Staatsanwaltschaft Arnsberg und die Mordkommission bei der Polizei Hagen Anlass genug, den Fall noch einmal an die Öffentlichkeit zu bringen: über das Fernsehformat "Aktenzeichen XY ungelöst" im ZDF am Mittwoch, 6. Februar.

Das Verbrechen aus Menden ist ein sogenannter "Cold Case" - ein Fall, der nie zu den Akten gelegt wurde. Mord verjährt bekanntlich nie. Insofern erfolgt jetzt noch einmal der Versuch der Ermittler, öffentlichkeitswirksam den Täter zu ermitteln.

Wie Kriminalhauptkommissar Ralf Eickler von der Mordkommission Hagen im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, war das ZDF auf die Polizei Hagen zugekommen.

Fernsehen war an die Polizei herangetreten

"Die Redaktion von Aktenzeichen XY ist von sich aus an unsere Pressestelle herangetreten. Ich hatte danach ein Gespräch mit dem zuständigen Redakteur", so Eickler, der den Fall am 6. Februar persönlich in der Live-Sendung aus München vorstellen wird.

Mordfall Marion (35) und Tim Hesse (2) aus Menden: An diesem Strommasten in den Schwitter Feldern unweit der B7 zwischen Menden und Wickede-Wimbern brannte am 27. Januar 1989 das Auto aus, in dem Mutter und Kind starben. Am 6. Februar wird der Fall bei Aktenzeichen XY gezeigt.

Der TV-Beitrag ist bereits abgedreht worden, allerdings nicht in Menden am Schauplatz der Brand-Tragödie von 1989. Die Macher der Sendung sind schon länger davon abgewichen, an den tatsächlichen Tatorten und Schauplätzen zu drehen.

Zeugen-Hinweise auf einen Kellner von der Nordsee

Im Fall Hesse gab es neue Hinweise eines Zeugen - eines Mendener Pensionärs. Der meldete sich im September 2018 bei der Staatsanwaltschaft und belastete einen Mann, den er 1989 in einem Urlaub an der Nordsee getroffen hatte.

Wusste der Mann, der als Kellner arbeitete, mehr über die Tat oder die Hintergründe? Inzwischen wurde die Identität des Mannes ermittelt, dieser sei inzwischen aber wohl verstorben, so die Ermittler. Aber noch ein weiterer Name soll im Zusammenhang mit der Tat genannt worden sein.

So berichtet die Lokalzeit Südwestfalen

Man werde die Spuren von damals erneut mit modernen kriminaltechnischen Methoden untersuchen, sagte Kriminalhauptkommissar Ralf Eickler von der Mordkommission Hagen am Mittwoch. 

Machen Mitwisser reinen Tisch?

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Arnsberg wollen den Fall demnach aber auch erneut ins Gedächtnis der Bevölkerung rufen, in der Hoffnung, dass eventuelle Mitwisser von damals oder ein Täter sich melden. 

"Vielleicht will jemand nach all den Jahren reinen Tisch machen", sagte Eickler. Nach wie vor sei auf sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 100.000 Mark (umgerechnet rund 50.000 Euro) ausgesetzt.

Grausamer Fund im Ortsteil Schwitten

Am 27. Januar 1989 hatten Polizisten die verbrannten Leichen der Mendenerin Marion Hesse und ihrem zweijährigen Sohn Tim an einem Feldweg im Ortsteil Schwitten in ihrem Auto gefunden.

Wie die Ermittlungen ergaben, war der Wagen von außen mit Benzin in Brand gesetzt und zuvor an einem Strommasten platziert worden, um einen Unfall vorzutäuschen. Bis heute konnte der Täter nicht gefunden werden.

Hier liegt der Tatort vom 27. Januar 1989

In der Mendener Bevölkerung galt immer der Mann und Vater der beiden Todesopfer als tatbeteiligt - vor allem wegen seiner Kontakte ins Dortmunder Rotlicht-Milieu. "Er ist damals natürlich umfangreich überprüft worden. Gegen ihn haben sich aber nie konkrete Verdachtsmomente ergeben", so Ralf Eickler von der Mordkommission Hagen.

900 ungeklärte Tötungsdelikte in NRW

Seit 1970 gab es 900 ungelöste Tötungsdelikte in Nordrhein-Westfalen (Stand Juli 2018). Nach Aussage von Eickler werden solche Fälle regelmäßig erneut geprüft. - mit dpa-Material

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