Feuerwehren im MK geschockt

Tod von zwei Feuerwehrmännern im MK: „Das tut so weh“

Die Feuerwehr in Schalksmühle ist seit 7 Uhr mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.
+
Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Es bleibt kaum Zeit zum Durchatmen - und Trauern.

Die Kräfte der Feuerwehren im MK sind geschockt. Das Hochwasser und seine Folgen lässt ihnen kaum Zeit, um ihre tödlich verunglückten Kollegen aus Altena und Werdohl zu trauern. Doch es gibt erste Reaktionen.

Altena/Werdohl – „Er war ein lustiger, aufgeschlossener Kollege, der mitten im Leben stand“, sagt Thomas Stuwe, Wachleiter der hauptamtlichen Kräfte in Altena. Die Trauer um den Feuerwehrkollegen (46) aus Altena, der starb, als er anderen im Unwetter half, ist für alle kaum in Worte zu fassen. Viele wollen nicht darüber reden, machen den Kummer mit sich selbst aus, während sie gleichzeitig funktionieren müssen, um der dramatischen Lage in Altena Herr werden zu können.

200 Einsätze müssen am Donnerstag Stand 14 Uhr noch abgearbeitet werden. „Wir machen einfach weiter, haben alle das Helfersyndrom. Aber wenn etwas Ruhe einkehrt, dann kommen die Ereignisse mit Macht“, sagt Thomas Stuwe, der auch weinen musste, als er vom tragischen Unglücksfall hörte. Tränen. Verzweiflung. Entsetzen. Fassungslosigkeit.

Wachleiter in Altena: „Es ist schwer zu begreifen“

Und die Zähne zusammenbeißen, weil jetzt die Zeit zum Durchhalten ist. Die Löschgruppe Rosmart, der der Verunglückte angehörte, wurde sofort aus dem Dienst genommen. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich um die Feuerwehrkollegen. Auch die Familie des Feuerwehrmannes wird nicht im Stich gelassen. „Das tut so weh und ist schwer zu begreifen“, sagt Thomas Stuwe.

Thomas Stuwe (links), Wachleiter der hauptamtlichen Kräfte in Altena, hier mit Notfallsanitäter Timo Rode. Er ist geschockt nach dem Tod eines Feuerwehrmanns in Altena.

So empfinden es auch Bürgermeister Uwe Kober und Wehrleiter Alexander Grass. „Es ist das Schlimmste, was passieren kann“, so Uwe Kober. Die Nachrodter Einsatzkräfte, eng mit den Altenaern verbunden, stehen Seite an Seite mit den Kollegen, sind tief getroffen. „Wenn so ein Unglück so nah rückt und man jemanden kennt, mit ihm zusammengearbeitet hat, dann ist es noch viel schlimmer. Wir sind für die gleiche Sache eingestanden“, so Sebastian Putz.

Eine Stunde um Leben des Feuerwehrmanns in Werdohl gekämpft

In Werdohl war die Leitung der Einsatzkräfte erst am späten Donnerstagabend (15. Juli) in der Lage, erste Informationen über den Tod ihres Kameraden weiterzugeben. Der stellvertretende Wehrleiter Andreas Wäsche schilderte die ihm bis dato vorliegenden bekannten Fakten.

Danach war der 52-jährige Feuerwehrmann aus dem Zug Stadtmitte um 19 Uhr im Bereich des Kraftwerks Elverlingsen kollabiert. Weil weder aus Altena noch aus Werdohl ein Rettungswagen durchgekommen wäre, begannen die Männer, ihren Freund und Kameraden wiederzubeleben. Die Crew des hinzugerufenen Rettungshubschraubers rang eine Stunde um das Leben des Mannes – vergeblich. Wäscher sagte, dass man erst in ein paar Tagen den Einsatz intern besprechen könne: „Das Eis ist bei allen gerade sehr dünn.“ Auch NRWs Ministerpräsident Armin Laschet sprach den Feuerwehrkräften bei seinem Besuch im MK sein Beileid aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare