Tipps vom Kriminal-Experten: So schützt man sich vor Betrügern

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Betrüger sind erfindungsreich bei ihren Maschen - und haben es oft auf Senioren abgesehen.

Falsche Polizisten, Telekom-Mitarbeiter oder Blumenhändler: Betrüger haben viel Fantasie. Ein Polizist erzählt, wie man sich wirklich effektiv schützt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es klingelt an der Tür, und ohne nachzudenken wird sie geöffnet. Davor steht ein netter Mann. Er trägt die Kleidung eines Blumengeschäfts, in der Hand hat er einen wunderschönen Strauß. Die Geschichte endet auf der Polizeiwache. 

Warum, das erklärte Kriminialhauptkommissar Michael Hufnagel jetzt in Nachrodt-Wiblingwerde. Er klärte über Betrugsmaschen auf und gab Tipps, um sich zu schützen. „Der nette Mann mit dem Blumenstrauß erklärt Ihnen, der sei für die Nachbarin. Sie sei aber nicht da“, erzählte Hufnagel die Geschichte weiter. 

Der Betrüger bittet um eine Vase und möchte die Blumen selbst hineinstellen. „Er geht hinter Ihnen her und schließt die Tür nicht ganz. Er verwickelt Sie in ein Gespräch. Unbemerkt kommt ein zweiter Täter in die Wohnung und klaut alles von Wert.“ Diese Geschichte sei genau so im Märkischen Kreis passiert. 

"Nicht gleich zur Tür rennen"

„Es gibt unzählige ähnliche Fälle, und jedes Mal sagen die Betroffenen ,ich weiß eigentlich, dass man niemanden rein lassen sollte‘“, erzählte der Kriminialhauptkommissar. Er appellierte eindringlich an die Anwesenden, das auch wirklich nicht zu tun. 

Kriminialhauptkommissar Michael Hufnagel

„Rennen Sie nicht gleich zur Tür. Gucken Sie erst aus dem Fenster, wer da steht oder fragen Sie durch die geschlossene Tür nach.“ Zudem helfen verschiedene Sicherheitsmaßnahmen: Ein Spion in der Tür sei beispielsweise leicht einzubauen. Allerdings sollte er verspiegelt sein, damit man nur von innen nach außen und nicht in die Wohnung hineinsehen könne.

 Die Kettentechnik hilft auch, allerdings gebe es inzwischen Kastensysteme, die deutlich sicherer und einfacher seien. „Sie haben den Vorteil, dass man sie auch von außen aufschließen kann. Dann können beispielsweise Angehörige oder Pflegedienste mit Schlüssel trotzdem im Notfall rein“, erklärte Hufnagel. 

Dienstausweis kaum auf Echtheit zu prüfen

Der Spalt in der Tür, der so entstehe, reiche aus, um beispielsweise Post für den Nachbarn entgegenzunehmen oder einem vermeintlich Kranken ein Glas Wasser zu reichen. 

„Beliebt ist auch die Masche von falschen Polizisten. Klar zeigen die Ihnen einen Dienstausweis. Aber ist der echt?“ Hufnagel zeigte an einem Beispiel, dass das für den Laien kaum zu erkennen ist. „Rufen Sie auf der Wache an und fragen Sie nach. Die echten Kollegen sind informiert und warten geduldig. Das ist gar kein Problem."

Betrüger immer wieder im MK aktiv

Betrüger sind immer und überall unterwegs. Manchmal klingeln sie an der Haustür, manchmal versuchen sie es per Mail und oft über das Telefon. Der Märkische Kreis warnt aktuell vor einer falschen Heizungsfirma. Mit diesen Worten kündigt er sich am Telefon an.

In Altena stahlen Gauner einer 91-Jährigen Schmuck und Bargeld im fünfstelligen Bereich. Immerhin: Manchmal werden die Betrüger erwischt. So wie die Bande, der jetzt der Prozess gemacht wurde. Die jungen Männer erbeuteten mit ihrer miesen Masche bis zu 162.000 Euro - auch im Märkischen Kreis.

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