Thilo Sarrazin kommt auf die Wilhelmshöhe

MENDEN - Thilo Sarrazins neues Buch ist Dienstag unter dem Titel „Europa braucht den Euro nicht“ erschienen. Am 14. Juni wird Sarrazin eine von lediglich sechs Veranstaltungen deutschlandweit und die einzige in NRW in Menden auf der Wilhelmshöhe bestreiten.

Im Rahmen eines „Wirtschaftsforums“ des Initiativkreises Mendener Wirtschaft (IMW) wird er seine Thesen zum Umgang mit der „Eurokrise“ vortragen. Er wird davon erzählen, „wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat“, so Andreas Wallentin, Mendener Buchhändler und Mitorganisator der Veranstaltung.

Der Vorstand des Mendener Wirtschaftskreises stehe zum Euro. Für den IMW war es ganz wichtig, Sarrazins Thesen nicht unreflektiert am 14. Juni zu präsentieren. Bei Jauch diskutierte er mit Peer Steinbrück, in Menden mit dem Finanzmarktexperten Prof. Dr. Max Otte. Beide werden sich auf der Wilhelmshöhe erstmals begegnen.

Mit der drohenden Staatspleite einzelner Länder hat der Traum von der Europäischen Währungsunion seinen Glanz eingebüßt und seine Risiken offenbart. Angela Merkels Diktum „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ versuche die Währungsfrage in einen größeren Zusammenhang zu stellen, so Wallentin.

Das tue auch Thilo Sarrazin, lange Jahre Finanzsenator in Berlin und Vorstand der Bundesbank, in seinem neuen Buch, aber auf andere Weise und mit anderen Ergebnissen. „Er zeichnet die verheerenden Resultate politischen Wunschdenkens nach und stellt die Debatte vom Kopf auf die Füße.“ so der Klappentext seines neuen Buches.

In Menden habe nun jeder die Möglichkeit, Sarrazins sicherlich auch populistischen Thesen zu erfahren und hautnah mitzuerleben, ob seine Meinung der Wirklichkeit standhalte. Denn die Krisen in den Staaten der Eurozone, die neuen politischen Rahmenbedingungen in Griechenland und Frankreich seien ganz sicher eine neue Herausforderung für die Währungsunion.

Für Prof. Dr. Max Otte ist es fast ein Heimspiel. Der Wirtschaftsexperte, Jahrgang 1964, stammt aus Plettenberg. Der Märker war „Börsenstar 2011“. Die Leser des Anlegermagazins Börse Online wählten ihn zum dritten Mal in Folge auf den Spitzenplatz. „Die Staatsverschuldung und die Dominanz der Finanzoligarchie ist eine Gefahr für unser Gemeinwesen und die Demokratie“, urteilte der Wirtschaftsexperte. Er ist Gründer des Instituts für Vermögensentwicklung in Köln, einem Finanzanalyseinstitut, das Informationen für Privatanleger bereitstellt. In einem Radio-Beitrag sagte Otte kürzlich: „Nicht nur aus wirtschaftlicher sondern auch aus politischer Sicht wäre ein Bankrott Griechenlands gar nicht so schlecht, denn wir gehen in Richtung einer Konzernherrschaft und einer Oligarchie, was sehr bedenklich ist. Meine Hoffnung wäre, dass in der Tat ein Land stolpert und sagt, dass man die Schulden nicht mehr bedienen kann. Das wäre aus meiner Sicht sogar gut für Europa.“ Bei der Griechenland-Rettung gehe es tatsächlich um „die Rettung einiger Banken mittels Zweckentfremdung unserer Steuergelder“

Karten für die Veranstaltung ab 20 Uhr auf der Wilhelmshöhe in Menden sind bei der Buchhandlung Daub in Menden unter Tel. 0 23 73 /30 32 und über www.buch-daub.de erhältlich. Die Karte kostet zwölf Euro, ermäßigt für Schüler und Studenten acht Euro. - be

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