Seniorinnen in Altena in letzter Sekunde vor Unheil bewahrt

Heftiger Enkeltrick-Versuch: Telefonbetrüger suchen den MK heim - so perfide sind die Methoden

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Symbolfoto

Märkischer Kreis - Gewinnversprechen plus Drohung, Enkeltrick, falsche Polizeibeamte: Eine neue Welle von Betrugs-Anrufen ist am Mittwoch und Donnerstag über den Märkischen Kreis geschwappt. Die Polizei nahm zwei Dutzend Anzeigen auf - rechnet aber mit einer erheblich höheren Zahl von Anrufen. Ein Fall aus Altena verdeutlicht besonders drastisch, mit welch perfiden Methoden die Täter vorgehen.

In Altena hätten die Täter in zwei Fällen um ein Haar Erfolg mit dem Enkeltrick gehabt - hätte eine Altenaerin nicht vor der geplanten Geldübergabe mit ihrem Sohn telefoniert, und wäre eine weitere Altenaerin nicht in allerletzter Sekunde stutzig geworden. Letztere hätte einer angeblichen Nichte beinahe eine fünfstellige Geldsumme, Schmuck und Münzen übergeben.

In Plettenberg lockte ein Anrufer mit Gewinnversprechen und drohte, mehrere Hundert Euro vom Konto des Opfers abzubuchen, wenn dieses nicht mitspiele. In Lüdenscheid und Iserlohn gaben sich Anrufer - wie so oft - als Polizeibeamte aus, um Wertgegenstände der Opfer vermeintlich vor Einbrechern in Sicherheit zu bringen.

So schildert die Polizei einen der Altenaer Fälle:

"Eine Unbekannte ruft an. Es beginnt das übliche Rätselspiel. Die Seniorin im Ortsteil Evingsen tippt auf ihre Nichte Martina (Name geändert). Die Anruferin sagt 'Ja'. Dann kommt sie zur Sache: Sie sei in Not, brauche 'leihweise' 35.000 Euro. Ganz so viel hat die Altenaerin nicht im Haus. Aber sie will helfen. Auch mit Münzen und Schmuck. 

Ein Abholer klingelt an der Haustür. Er reicht sein Handy durchs Fenster. An dem soll der Rechtsanwalt der Nichte sein. Er versichert: 'Alles in Ordnung'. Als Nächstes meldet sich ein angeblicher Banker am Festnetz-Telefon. Er kennt die Kontonummer der Seniorin. Dann ruft erneut die angebliche Nichte an. Und schließlich klingelt es wieder an der Haustür. 

Jetzt wird die Seniorin doch misstrauisch und erkundigt sich bei der Polizei. Die veranlasst sofort eine Fahndung nach dem Abholer: Der ist etwa 20 Jahre alt, trägt Vollbart, graues Oberteil, blaue Jeans und einen schwarz-weißen Turnbeutel. Ein Streifenwagen bringt die Seniorin zur Bank, wo sie ihr Bargeld auf ihr eigenes Konto einzahlt."

So viele Anrufe gab es 2018 im MK - und so oft hatten Täter Erfolg

Im vergangenen Jahr meldeten 1156 ältere Menschen im MK Anrufe solcher Betrüger. Die meisten wissen inzwischen, dass sie sich nicht auf solche Anrufe einlassen sollten. "Doch leider waren die Täter 83 Mal erfolgreich. Sie erbeuteten teilweise sehr hohe Summen Bargeld oder Wertsachen", teilt die Polizei mit. Sie geht davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, da sich Menschen meist schämten, auf einen derart plumpen Betrug hereingefallen zu sein.

Hier erzählt ein Polizist, wie man sich gegen Trickbetrüger schützt

Die Polizei warnt eindringlich - ein Überblick

"Obwohl die Betrüger schon so lange diese Masche reiten, warnt die Polizei weiter dringend zu Vorsicht und Misstrauen", heißt es. Die Anrufer würden dreister und setzten ihre Opfer einem erheblichen psychologischen Druck aus. Warnungen und Verhaltenstipps der Polizei im Überblick:

  • Am Telefon sollten keinesfalls Angaben zu vorhandenen Wertsachen gemacht werden. 
  • Die Polizei verwahrt weder Bargeld noch Schmuck oder Münzen. 
  • Sollten tatsächlich Verwandte in finanzieller Not sein, sollten sich ältere Menschen unbedingt Rat von anderen Verwandten holen. 
  • Wer bei Gewinnspielen sein Glück versuchen will, der sollte sich lieber der klassischen Möglichkeiten bedienen, statt sich am Telefon auf dubiose Angebote einzulassen. 
  • Wer an keinem Gewinnspiel teilgenommen hat, der sollte sich auch nicht von angeblichen Gewinnen überraschen lassen. -eB

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