6. Große Strafkammer des Landgerichts Arnsberg hat geurteilt

Tankstellen-Räuber aus Balve, Hemer und Sundern müssen ins Gefängnis

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Arnsberg - Was Polizei und Staatsanwaltschaft schon so im Februar im Rahmen einer Pressekonferenz geäußert hatten, hat sich bewahrheitet: Für eine vergleichsweise mickrige Beute von nur 2500 Euro plus Zigaretten aus einer Überfall-Serie auf vier Tankstellen und eine Spielhalle (hier blieb es beim Versuch) sind drei von vier jungen Tätern aus Balve, Iserlohn, Hemer und Sundern jetzt von der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Arnsberg für mehr als drei Jahre ins Gefängnis geschickt worden. Die Urteile sind jedoch noch nichts rechtskräftig.

Angeklagt waren die vier jungen Männer wegen schweren Raubes. Die 6. Große Strafkammer verhandelte als Jugendkammer unter dem Vorsitz von Richter Markus Jäger gegen einen 19-Jährigen und einen 17-Jährigen aus Hemer, einen 20-Jährigen aus Sundern und einen 18-Jährigen aus Balve.

Am dritten Verhandlungstag fiel das Urteil, nachdem unter anderem auch jene Personen als Zeugen ausgesagt hatten, die zwischen dem 29. Dezember 2017 und dem 29. Januar 2018 als Angestellte von Tankstellen in Menden und Hemer überfallen und bedroht worden waren.

Ein weiterer bereits geplanter Überall auf eine Spielhalle in Iserlohn war letztlich nicht zustande gekommen. Dennoch wurde auch diese Verabredung zu einem Verbrechen" strafverschärfend berücksichtigt.

Drei Täter zu mindestens drei Jahren Haft verurteilt

Die längste Haftstrafe wurde gegen den 18-Jährigen aus Balve verhängt: Er muss für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Für drei Jahre und drei Monate muss der Jüngste aus Hemer (17) hinter Gittern, der Sunderaner für drei Jahre.

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Der 19-Jährige aus Hemer, der an einer der Taten beteiligt gewesen war, wurde zu zwei Jahren auf zwei Jahre Bewährung verurteilt. Gegen ihn war der Haftbefehl bereits vor dem Gerichtsverfahren ausgesetzt worden. Die drei anderen Täter saßen bereits in Untersuchungshaft in Gefängnissen in Iserlohn-Drüpplingsen, Wuppertal-Ronsdorf und Herford.

Auf einem Tisch präsentierten der Arnsberger Staatsanwalt Schmelzer und die Polizei im Februar sichergestellte Gegenstände wie die Schreckschusswaffe (der in NRW üblichen Polizeiwaffe Walther P99 täuschend ähnlich) samt Munition, einen Taser, ein Messer, einen Schlagstock sowie Handschuhe, Mützen und Kleidungsstücke.

Die Täter hatten im Prozessverlauf zwar letztlich allesamt ihre Tatbeteiligung gestanden, sich bei den Opfern entschuldigt und auch Reueschwürde geäußert.

Der leitende Beamte nach Ermittlungserfolg im Video

Dennoch wurden drei von ihnen von Richter Markus Jäger und den Schöffen zu Haftstrafen verurteilt, die unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft lagen.

Bewährungsstrafen kamen aus Sicht des Gerichtes für drei der vier jungen Männer nicht in Betracht. Das lag sowohl daran, dass sie mit einer Schreckschusswaffe und einem Teleskop-Schlagstock bewaffnet gewesen waren als auch daran, dass sie die Taten nicht aus einer finanziellen Notlage heraus begangen hatten und sich zudem für ihre Verbrechen verabredet hatten.

Ein fünfter junger Mann, der zusätzlich zu den vier anderen ebenfalls in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen geraten war, war letztlich nicht von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden, weil dafür die Beweislage nicht ausreichend war und weil er im Rahmen der Ermittlungen auf anwaltlichen Rat hin jede Aussage verweigert hatte.

Diese vollendeten Taten werden zur Überfall-Serie gezählt

  • 1. Tat: Freitag, 29.12.2017, 0.40 Uhr, Esso-Tankstelle Iserlohner Landstraße in Menden
  • 2. Tat: Mittwoch, 24.1.2018, 21.37 Uhr, Shell-Tankstelle Lendringser Hauptstraße in Menden
  • 3. Tat: Samstag, 27.1.2018, 3.10 Uhr, Esso-Tankstelle Iserlohner Landstraße in Menden
  • 4. Tat: Montag, 29.1.2018, 20.35 Uhr, Star-Tankstelle Ihmerter Straße in Hemer
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