Südwestfalenrunde diskutiert beim Campus Symposium das Thema Digitalisierung

„Der Billigste wird nicht siegen“

Die Südwestfalenrunde mit (von links) Dr. Klaus Weimer, Kim Höhne, Moderator Dr. Erich Behrendt, Ralf Stoffels und Hubertus Winterberg.

Iserlohn - Das inzwischen zehnte Iserlohner Campus Symposium, in Tag- und Nachtschichten von den Studenten der International School of Management (ISM) vorbereitet, rückte in diesem Jahr das Thema Digitalisierung in den Mittelpunkt.

 Wie verändern neue Technologien Gesellschaft und Unternehmenskultur? Welche Geschäftsmodelle entstehen und wo bleibt der Einzelne? Etwa auf der Strecke? „Auf keinen Fall“, betonte SIHK-Präsident Ralf Stoffels. 

Vor rund 1000 Zuhörern zeigten Dutzende von Referenten auf der größten Wirtschaftskonferenz in Südwestfalen Wege in ganz unterschiedliche Richtungen auf. Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die heimische Wirtschaft beleuchteten neben Ralf Stoffels der Geschäftsführer der Südwestfalenagentur, Hubertus Winterberg, Dr. Klaus Weimer, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn, und Kim Höhne, Geschäftsführerin Office & Friends the Coworking Space. Hinter diesem Namenskonstrukt verbirgt sich das Modell, Freiberuflern, Start-ups oder Projektgruppen in einem Raum unabhängige Arbeitsplätze anzubieten. So soll – wie im amerikanischen Silicon Valley – der Nährboden für Ideen entstehen.

 Die Welt rücke zwar durch die Digitalisierung zusammen, sagte Stoffels, eine Gefahr für Arbeitsplätze sieht er dennoch nicht. Sie werde aber eine Herausforderung für Qualifizierungen. Von seinen Unternehmerkollegen erwartet der Mittelständler eine engere Zusammenarbeit. „Nicht der billigste Anbieter wird siegen, sondern der mit den schnellsten und flexibelsten Lösungen.“ Ganz andere Ansprüche an die Stadtentwicklung sieht Hubertus Winterberg für die weitere Entwicklung, um kreative Köpfe zu gewinnen. „Aus der Zeit der schönen Wälder sind wir lange heraus.“ 

Eine Einschätzung, die Kim Höhne teilt. In einer lebenswerten Region gebe es unterschiedliche Interessen. Denn junge Entwickler tickten heute mit ihren eigenwilligen Arbeitszeitrhythmen völlig anders. „Da müssen wir noch aufholen.“ Mit dem Kulturwandel hin zu Transparenz im innerbetrieblichen Umgang hätten sich die Stadtwerke für neue Ideengeber geöffnet, ist Dr. Weimer überzeugt. In 20 Projektteams greife der Versorger ganz unterschiedliche Strategien auf. Über die Identifikation mit den Aufgaben sei auch das Unternehmen gewachsen. Kritik übte Weimer am G8-Lehrplan von Gymnasien. „Die Schüler haben nur den Abschluss im Blick und nicht mehr das, was danach kommt.“ 

Hauptredner war gestern der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso. Er forderte mit Nachdruck den Zusammenhalt der EU-Staaten von Nord bis Süd. Nur dann habe Europa eine große Zukunft.

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