„Südwestfalen ist industrielles Herz von NRW“

Die Kammerpräsidenten Harald Rutenbeck, Ralf Kersting und Klaus Th. Vetter diskutierten mit folgenden Landtagsabgeordneten: Dagmar Hanses (Grüne, Soest), Klaus Kaiser (CDU, Arnsberg), Matthias Kerkhoff (CDU, Olsberg), Marlies Stotz (SPD, Lippstadt), Landtagsvizepräsident Eckhard Uhlenberg (CDU, Werl), Falk Heinrichs (SPD, Siegen), Jens Kamieth (CDU, Siegen), Theo Kruse (CDU, Olpe), Ernst-Ulrich Alda (FDP, Hagen), Inge Blask (SPD, Hemer), Gordon Dudas (SPD, Lüdenscheid), Angela Freimuth (FDP, Schalksmühle), Thorsten Schick (CDU, Iserlohn), Michael Scheffler (SPD, Iserlohn).

Südwestfalen -  Die Themen Verkehr, Energie, Gewerbeflächen und Kommunalfinanzen standen im Mittelpunkt eines parlamentarischen Abends, zu dem die drei südwestfälischen IHKs Arnsberg, Hagen und Siegen die heimischen Mitglieder des nordrhein-westfälischen Landtages eingeladen hatten.

„Im Team für Südwestfalen“ arbeiten die drei IHKs schon seit vielen Jahren eng und erfolgreich in unterschiedlichen Projekten zusammen, um Südwestfalen landes- und bundesweit bekannter zu machen und die Interessen der Wirtschaft überregional zu vertreten. An den Gespräch nahmen 14 Abgeordnete von CDU, SPD, FDP und den Grünen teil.

Die Kammerpräsidenten Harald Rutenbeck (Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen), Ralf Kersting (IHK Arnsberg) und Klaus Th. Vetter (IHK Siegen) machten den Politikern deutlich, dass Südwestfalen das industrielle Herz von Nordrhein Westfalen ist und bundesweit den dritten Platz der Industrieregionen belegt. „Alle drei Bezirke sind wirtschaftlich geprägt durch einen innovativen, industriellen Mittelstand, durch inhabergeführte Familienunternehmen, unter denen sich über 140 EU- und Weltmarktführer befinden“, so die IHK-Präsidenten. Diese breit gefächerte Industriestruktur bilde die Grundlage für die wirtschaftliche Stärke der Region.

„Verkehrsachsen müssen ausgebaut werden“

Damit das so bleibt, seien nach Ansicht der IHK-Präsidenten mehrere Voraussetzungen zu erfüllen, zum Beispiel in Bezug auf die Infrastruktur. „Die wichtigen Verkehrsachsen in Südwestfalen wie die A 46 und die A 45 müssen dringend weiter ausgebaut und zugleich der Zerfall des heimischen Landesstraßennetzes, mangels hinreichender Unterhaltungsinvestitionen, gestoppt werden“, so Arnsbergs Präsident Ralf Kersting. Bei der Bahn fordert Kersting den Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke von Hagen über Siegen nach Gießen und der oberen Ruhrtalbahn von Schwerte über Arnsberg, Brilon bis Warburg. In Bezug auf die Zukunft der Flughäfen betonte Kersting, dass Dortmund und Paderborn/Lippstadt für Südwestfalen eine hohe Bedeutung für Direktflüge zu nationalen und europäischen Zielen und als Zubringer zu Intercontinental-Flughäfen hätten.

Außerdem haben die Kammerpräsidenten den Landesentwicklungsplan (LEP) im Blick, bei dem die Ausweisung von Industrieflächen enorm wichtig sei. Eingriffe in die Natur könnten ihrer Meinung nach gesenkt und zusätzlicher Gewerbeverkehr vermieden werden, wenn Industrieflächen schwerpunktmäßig entlang der durch Immissionen vorbelasteten Verkehrsachsen ausgewiesen würden. Trotz des zu erwartenden Bevölkerungsrückgangs würden neue Industrieflächen benötigt, betonte Siegens Kammerpräsident Vetter.

Industrie braucht mehr Fläche als Dienstleister

Denn in Südwestfalen dominieren die Metallverarbeitende Industrie, der Maschinenbau und die Automotive-Industrie. Branchen, die aufgrund ihres hohen Automatisierungsgrades einen hohen Flächenbedarf pro Arbeitsplatz haben – anders als ein reiner Büroarbeitsplatz. Industriebetriebe müssten in Aufschwungphasen sehr schnell in der Lage sein, Kapazitäten aufzubauen.

Im Hinblick auf die Energiewende stellte Arnsbergs Kammerpräsident Kersting fest: „Die Unternehmen und die Menschen in Südwestfalen brauchen auch künftig Energie mit hoher Verlässlichkeit, was Erzeugung, Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit betrifft.“ Die Energiewende müsse marktwirtschaftlich ausgestaltet werden. „Wir dürfen energieintensive Industrien nicht verlieren, wollen wir die besondere Innovationskraft, die in der gesamten Lieferkette von der Grundstoffproduktion bis zum Endprodukt steckt, nicht aufs Spiel setzen. Eine Abwanderung dieser Unternehmen würde nicht nur diese Arbeitsplätze, sondern unsere Industrie insgesamt gefährden“, warnte Rutenbeck.

Breite Übereinstimmung zwischen den Landtagsabgeordneten und den drei IHKs bestand darin, dass Südwestfalen auf eine leistungsfähige Infrastruktur von Straße, Schiene und schnellem Internet angewiesen ist. Kersting, Rutenbeck und Vetter appellierten an die Politiker: „In allen diesen Punkten werden wir uns nur dann Gehör verschaffen, wenn wir immer wieder klarmachen, welche Bedeutung das verarbeitende Gewerbe in Südwestfalen hat. Helfen Sie dabei mit. Seien Sie Botschafter Südwestfalens in Düsseldorf und in der Region.“ - gör

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