Aktion in Lüdenscheid

Warnstreik im Öffentlichen Dienst: Rund 300 Beschäftigte trotzen der Kälte

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Warnstreiks im Märkischen Kreis

[Update, 13.29 Uhr] Lüdenscheid - Eisige Kälte und zeitweise dichtes Schneetreiben – es gibt aus Sicht der Gewerkschaften besseres Wetter für Warnstreik und Kundgebung. Und dennoch: Rund 300 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes versammelten sich am Dienstag unter der Verdi-Fahne zu einer ersten „Machtdemonstration“, um ihren Forderungen nach sechs Prozent mehr Gehalt oder mindestens 200 Euro im Monat Nachdruck zu verleihen. 

Um 4 Uhr standen die ersten Streikposten vor dem Betriebshof der MVG an der Dammstraße. Während die Linienbusse der privaten Subunternehmer rollten, blieben nach Worten von MVG-Betriebsrat Matthias Fischer 120 bis 130 der betriebseigenen Wagen in den Hallen.

Das entspricht rund der Hälfte des Linienverkehrs an den Standorten Lüdenscheid, Plettenberg und Iserlohn.

Die sogenannten Lüdenscheider Stadtbusse der Linien 40 und 41 etwa fuhren während des Warnstreiks gar nicht.

Die Verdi-Kreisvorsitzende Christin Spangenberg, stellvertretende Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung und Mitglied der Bundestarifkommission, und die stellvertretende Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Südwestfalen, Bettina Schwerdt, begrüßten auf dem IPA-Gelände an der Wehberger Straße außerdem Kollegen des STL.

Warnstreiks im Märkischen Kreis

Deren Werkleitung nebenan musste angesichts des erneuten Schneefalls umdisponieren, strich zwei Touren der Müllabfuhr vom Plan und setzte die verbliebenen Leute im Winterdienst ein.

Die Verschiebung der Müllabfuhr hat Auswirkungen. Die Werkleitung gab bekannt, dass volle Tonnen am Straßenrand stehen bleiben sollen und einen Tag später geleert werden.

Zu den Streikenden gesellten sich im Laufe des frühen Morgens Beschäftigte der Stadtverwaltungen Lüdenscheid und Iserlohn. Dazu kamen Erzieherinnen der Kitas Oeneking und Gevelndorf, Mitarbeiter des Stadtentwässerungsbetriebes, des Jobcenters MK und der Sparkasse Iserlohn. 

Eine starke Abordnung aus dem Kreishaus sorgte dafür, dass der Betrieb im Bürgerbüro und der Kfz-Zulassungsstelle an der Heedfelder Straße lahm lag. 

Christin Spangenberg rief den Streikenden zu: „Wir sind diejenigen, die unsere Städte sauberhalten. Wir sind die, die Menschen pflegen und betreuen. Wir sind die, die Kinder erziehen. Wir sind die, die Rettungsdienst fahren. [...] Ohne uns liefe nichts! Wir sind es wert und wollen dafür gutes Geld.“ 

Der Zug der Streikenden bewegte sich mit Fahnen und Transparenten, begleitet vom Lärm der Ratschen und Trillerpfeifen und eskortiert von der Polizei, zum Sternplatz. Dort hörten die Demonstranten ein Grußwort des DGB-Kreisvorsitzenden Bernd Schildknecht und der IG-Metall-Bevollmächtigten Gudrun Gerhardt. „Seid mutig und haltet an euren Forderungen fest!“

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