Verdi erwartet rund 400 Teilnehmer

Streik bei Enervie: Zentrale Kundgebung in Hagen

+
Rund 400 Teilnehmer erwartet Verdi auf dem Friedrich-Ebert-Platz in Hagen zur zentralen Kundgebung, die aktuell stattfindet.

[Update] Märkischer Kreis - Seit Dienstag, 0 Uhr,  befinden sich große Teile der Belegschaft der Enervie Vernetzt GmbH sowie der Mark-E AG im unbefristeten Ausstand. 

Mit einer zentralen Kundgebung auf dem Friedrich-Ebert-Platz in Hagen, direkt vor der Volme-Galerie, unterstrichen am Mittwoch rund 400 Beschäftigte der Mark-E und Enervie Vernetzt ihre Forderungen nach einer deutlichen Tariferhöhung. Die „Stadtwerker“ bekamen dabei Schützenhilfe vom Hagener Landtagsabgeordneten Wolfgang Jörg (SPD) und dem ehrenamtlichen Verdi-Bezirksvorsitzenden Thomas Köhler, ebenfalls aus Hagen. 

Für die nächsten Tage sind weitere Aktionen an unterschiedlichen Enervie-Standorten geplant. Die Aufsichtsratsmitglieder des Unternehmens und damit in erster Linie die Vertreter der Aktionäre in den Rathäusern und Parteien müssen nach den Worten des SPD-Landtagsabgeordneten Jörg „erklären, was für ein Gerechtigkeitsverständnis sie überhaupt haben“. 

"Ihr müsst an eure Renten denken!"

Den rund 400 Demonstranten, die mit Streikwesten und Trillerpfeifen angerückt waren, rief er zu: „Das ist hier kein Kindergeburtstag, ihr müsst an eure Renten denken!“ Thomas Majewski, Mitglied der Tarifkommission, fand noch drastischere Worte. „Wir haben die Schnauze gestrichen voll!“ Durch den Abbau von 500 Stellen im Dienste der Enervie-Restrukturierung habe die Belegschaft ihren Teil an Produktivität erbracht. Majewski: „Es ist unser Verdienst, dass die Bude noch läuft.“ 

Die mit dem Stellenabbau verbundene Arbeitsversdichtung wirke sich nun aus. „Der Krankenstand bei uns ist über den Bundesschnitt und weit, weit über dem Branchenschnitt.“ Der Unternehmenswert von Enervie hat sich nach Darstellung der Tarifkommission durch die 150-Millionen-Euro-Schuldentilgung „deutlich erhöht“. Gleichzeitig seien die Lohnkosten um 35 bis 40 Millionen Euro jährlich zurückgegangen. Majewski: „Davon holen wir uns jetzt etwas zurück.“ Thomas Köhler als Vorsitzender der Verdi-Bezirks Südwestfalen schloss sich den Forderungen der Streikenden an. „Ich weiß, wie viele Opfer ihr gebracht habt“, sagte er unter dem Applaus der „Stadtwerker“. 

Die Urabstimmung habe gezeigt, wie entschlossen die Belegschaft sei, „Gas zu geben“. Köhler: „Die Forderungen sind nicht überzogen. Wir sind solidarisch, wir sind viele und wir haben die guten Argumente auf unserer Seite.“

Enervie-Streik: Kundgebung in Hagen

Wir berichten weiter.

Lesen Sie dazu auch:

Enervie-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Tarifverhandlungen gescheitert: Unbefristeter Streik bei Enervie wahrscheinlich

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare