Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe

MENDEN ▪ Im Prozess um die tödliche Unfallfahrt bei einem Schützenumzug im sauerländischen Menden hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag vor dem Landgericht Arnsberg eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung für den 80-jährigen Angeklagten gefordert. Darüber hinaus soll der Rentner während der Bewährungszeit monatlich 200 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Der Mann war im Sommer 2009 aus einer wartenden Fahrzeugschlange heraus ungebremst in einen Schützenumzug gefahren. Dabei wurden drei Menschen getötet und etwa 50 zum Teil schwer verletzt. Der Angeklagte kann sich an den Tathergang nach eigener Aussage nicht erinnern. An dem Fahrzeug waren keine technischen Mängel festgestellt worden. Seit Mitte November muss er sich wegen fahrlässiger Tötung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Ein Anfall von Epilepsie, die Gutachter bei dem Angeklagten festgestellt hatten, war aus Sicht der Anklage nicht der Auslöser für die Unfallfahrt. Der Angeklagte habe zum Tatzeitpunkt noch selbstständig handeln können und den Motor selbst gestartet. Offenbar aus Ungeduld sei der Mann aus der Fahrzeugschlange ausgeschert, um zu überholen. Dann habe er aus einem Grund, den die Verhandlung nicht klären konnte, die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Das Unfallgeschehen sei für den Angeklagten insgesamt aber vermeidbar gewesen. Auch andere gesundheitliche Probleme des Angeklagten seien als Unfallursache auszuschließen, so die Staatsanwaltschaft weiter. Für den Angeklagten spricht aus ihrer Sicht, dass der Mann das Geschehen vor Gericht aufrichtig bedauerte und bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sei.

Das Urteil sollte voraussichtlich noch am späten Nachmittag verkündet werden. - (dapd-nrw).

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